70 brach im herzoglichen Schlosse Feuer aus, welches nach der Erfurter Chronik durch eine unigefallene Kerze entstanden war. Der königliche Schmuck mit vielen Kostbarkeiten verbrannte. Kaum retteten sich der König und seine Gemahlin aus dem brennenden Schlosse, indem letztere, da sie im Palaste be¬ kannt war, ihren Gemahl an der Hand hinausführte1). Das ganze Schloss und ein grosser Teil der Altstadt wurden in jener Nacht ein Raub der Flammen. Sogleich nach der Hochzeit nehmen wir wahr, dass der König auch in diesen Gegenden königliche Rechte ausübt1 2): er nimmt Klöster in seinen königlichen Schulz, bestätigt ihre von seinen Vorgängern verliehene Rechte u. dgl. Resonders war es die Stadt Goslar und das in der Stadt liegende St. Simon- und Judasstift, welches sich seiner Gunst zu erfreuen hatte; beiden verlieh er in mehreren Urkunden wichtige Rechte3). 3. Anerkennung1 Wilhelms durch mehrere niederdeutsche Fürsten, besonders Sachsen und Brandenburg1. Die wichtigste Folge jedoch, welche die zu Braunschweig gefeierte Hochzeit Wilhelms hatte, war die feierliche Anerken¬ nung des Königs durch den Herzog von Sachsen und die Markgrafen von Brandenburg und wiederum als Folge die von fast ganz Norddeutschland. Die Gründe, welche die beiden genannten Fürsten zu diesem Schritte bewogen, sind unschwer zu finden. König Konrad IV. hatte nach seines Vaters, Kaiser Friedrich II., Tode und nach dem Zusammentreffen mit Wilhelm bei Oppenheim im Frühjahr des vergangenen Jahres Deutschland verlassen und sich nach Italien begeben. Freilich hatte ihn dazu, wie schon oben ange- deulet, nicht etwa ein Unterliegen vor Wilhelms Macht veranlasst; er wollte vielmehr nur seine Gegner, deren Silz, wie er glaubte, Italien war, dort angreifen. Die deutschen Fürsten aber mussten mit Recht meinen, dass Konrad Deutschland und die deutsche 1) Nach dem übereinstimmenden Berichte unserer beiden (S. 69 Anm. 5 genannten) Quellen. 2) Reg. 117—135. 3) Reg. 120. 126. 127. 131 — 133. 135.