62 meisters Dietrich, „welcher die deutsche Sprache verstände“, sich an die Höfe der einzelnen Fürsten zu begeben, um sie zur Anerkennung König Wilhelms zu bewegen1). So suchte der Papst also auf Volk1 2) und Fürsten in gleicherweise zu wirken. Dann sandte er an die einzelnen Fürsten selbst eindringliche Ermahnungsschreiben, so vor allem an den Herzog von Sach¬ sen3), den Markgrafen von Brandenburg und sogar an den Herzog von Baiern und an dessen Gemahlin4). Die wichtigeren Städte, wie Worms, Speier, Frankfurt, Gelnhausen, Oppenheim, suchte er jetzt durch Ermahnungen auf die Seite der Kirche zu ziehen5), nachdem Wilhelm im vergangenen Jahre mit Gewalt gegen sie nichts hatte ausrichten können. Innocenz wirkte also mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln für seine Partei. Aber den¬ noch Hessen sich weder Fürsten noch Städte bewegen, die staufische Partei zu verlassen; Bann und Interdict hatten ihre Wirkung bei ihnen verloren, und sie zum Gehorsam zu zwin¬ gen, hatte weder Innocenz noch Wilhelm die Macht. So hatte Konrad auch beim zweiten Heranzuge6) an den Rhein im März 1251 ein beträchtliches Heer bei sich. Sein bester Bundesgenosse, der Herzog von Baiern, war aber, als Konrad diesen Zug gegen Wilhelm unternahm, durch einen Panfall der Böhmen in Baiern gezwungen, seine Truppen zum Schutze des eigenen Landes zu verwenden. Um hier kurz auf die Stellung Böhmens zu den Parteien einzugehen, so hatte König Wenzel immer auf päpstlicher Seite gestanden; nicht so sein Sohn Ottocar, später der Gegner Rudolfs von Habsburg. Nach zwei¬ maligem Kampf zwischen Vater und Sohn hatten sie sich 1249 wieder versöhnt und bewiesen ihre Anhänglichkeit an die päpst¬ liche Partei dadurch, dass sie im Frühjahr 1251 den treuesten 1) Potth. 11, 14202. 2) Aut' dieses, wie wir sahen, durch die Kreuzpredigten der Mino- ritcn. 3) Potth. II, 14200. 14204. 14199. 4} Potth. II, t4206. 14207. 5) Potth. II, 14210. 6) Palacky, Gesch. Böhmens II, 1, 136; Böhmer, Wittelsbachische Regesten S. 23. Gesta Trev. SS. XXIV, 410.