40 Worms und Speier unterstützten, hatte er ein Heer gesammelt, um den Belagerten Entsalz zu bringen; im October 1248 rückte er gegen den Rhein heran1). Freilich kam diese Hülfe zu spät: Aachen hatte sicli schon ergeben. Aber die Gefahr war für Wilhelm dennoch sehr gross. Denn sobald das herawziehende staufische Heer auch nur geringe Vorteile über ihn erlangte, so war es fast unzweifelhaft, dass viele der niederrheinischen Fürsten, welche Wilhelm seit kaum einem Jahre anerkannt halten, zu König Konrads Partei übergehen würden. Doch nicht vergebens hatte der Papst die kirchlichen Strafen gegen seine weltlichen Feinde in Anwendung gebracht. Der Legat Peter hatte, da er die drohende Gefahr in Konrad erkannte» einen Teil der in Folge der Kreuzpredigten zusammenströmen¬ den Kreuzfahrer mit den Truppen des Erzbischofs von Mainz 2) und anderer geistlicher Fürsten vereinigt. Über den Feldzug selbst haben wir zwei sich völlig widersprechende Berichte bei Matth. Paris., nach welchem Konrad von dem erzbischöflichen Heere besiegt wird, und in der Wormser Chronik; doch hat es den Anschein, als ob Matthäus hier, wie fast überall da, wo er über deutsche Verhältnisse berichtet, seine ungenaue Kenntnis der Begebenheiten durch hochtönende Worte und eine bilderreiche Sprache zu verbergen suche. Im Gegensatz dazu gibt die Wormser Chronik einen einfachen Bericht über den Zug: der Erzbischof, welcher in Schwaben eingerückt war, wurde bis Bruchsal zurückgetrieben. Übrigens erlangte dieser kurze Feldzug, mag er nun unglücklich oder glücklich für Wil¬ helms Partei ausgelaufen sein, keine grosse Bedeutung, wie man anfangs vermuthen konnte. Denn Konrad ist nicht in die nieder¬ rheinischen Gegenden gekommen, zumal ja auch Aachen, dessen Entsatz sein Zug eigentlich gegolten hatte, schon von seinem Gegner genommen war. 1) Vgl. Böhmer, Reg. imp. 1198—1254, S. 267. 2) Dieser ist jedenfalls, wie aus der Übereinstimmung des Matth- Par. mit der Wormser Chronik hervorgeht, der Führer des Heeres ge¬ wesen. t