11 englischen Schriftstellers ’), dass die Krone nach einander dem Grafen Otto von Geldern und dem Herzoge Heinrich von Bra¬ bant angeboten, aber von ihnen ausgeschlagen sei, sehr an Glaubwürdigkeit. Heinrich von Brabant war ja kaum ein Jahr vorher auch bei der Wahl Heinrichs von Thüringen zugegen gewesen und jetzt der mächtigste unter den weltlichen Fürsten, welche thatsächlicli die Partei des Papstes ergriffen hatten. So ist es sehr erklärlich, dass der Papst sich an ihn wandte, als sein fast ebenso bedeutender geldrischer Nachbar auf die päpst¬ lichen Anerbietungen nicht eingehen wollte. Als nun aber keiner von beiden sich zur Annahme der Krone geneigt zeigte, musste es dem Papste sehr erwünscht sein, als ihn Herzog Heinrich auf seinen Neffen, den Grafen Wilhelm von Holland aufmerk¬ sam machte; denn in übereinstimmender Weise bezeugen zwei von einander völlig unabhängige Chronisten1 2) die Thatsache, dass Heinrich zuerst auf seinen Neffen hinwies und damit die erste Anregung zu dessen Königtum gab. Welche Beweggründe den Herzog dazu veranlassten, Wilhelm als Candidaten zp ,,präsen- tiren“3), ist wohl nicht schwer zu erkennen. Ohne Zweifel liess er sich von dem Gedanken leiten, dass er, falls Wilhelm gew ählt würde, als dessen nächster und mächtigster Verwandter eine grosse Gewalt auf den zwanzigjährigen Jüngling ausüben und mehr Ansehen im Reiche gewinnen würde, als wenn er, selbst zum König gewählt, vielleicht nicht einmal die Macht besass, seinen Feinden kräftigen Widerstand zu leisten ; andrer¬ seits mochte er auch vielleicht seinen Neffen, der als hoch¬ 1) Matth. Par. ed. Luard \ , 2Öt. 2) Ellenhardi Annal. Argentin. bei Böhmer, Font. II, 109. Auch SS. WII, 121 .- Mortuo rero Ileinrico rege papa Innocentius pro alio rege laborabat.....Tandem dux Brabantie filium sororis sue, Wifhel— mum, comitem Hollandie, domno pape et episcopis Alemanie presentarit. — Melis Stoke, Beimchronik, bei Böhmer, Font. II, 416,- Dies men an meneghen rael besochte En an den hertoghe Heinrike, Die moghende xva's ende rikc Den jonghen grave ran Holland Willem Florens zone ghenant. IIi was shertoghen zuster zone verstaet hoe bet quam dat gone.....Dit ontsach seer utermaten Die hertoghe en riet dat sijn neve Ummer coninc ghecoren bleve. 3) Siehe Ebenhards Bericht (in Anm. 2).