4 Oberdeutschland; denn unter den zu ihnen gekommenen Fürsten waren die bedeutendsten der Erzbischof Eberhard von Salz¬ burg, die Bischöfe von Freising, Worms, Bamberg, Regensburg, Passau, Brixen, die Herzoge Friedrich von Oesterreich und Steiermark, Otto von Meran, Bernhard von Kärnthen und die Grafen Rudolf von Habsburg und Albert von Tirol1): die drei rheinischen Erzbischöfe und die niederdeutschen Fürsten stan¬ den schon jetzt auf der Seite der Kirche, oder aber sie ver¬ hielten sich gleiehgiltig gegen die Parteien und benutzten diese Zeiten zur Vergrösserung und Verstärkung ihres eigenen Be¬ sitzes; die Reichsstädte dagegen bewahrten fast ohne Ausnahme den Staufen bis zum Tode Friedrichs — 1250 — die Treue1 2). 3. Das Königtum Heinrichs von Thüringen 1246—1247. Nur wenig Anklang fand in Deutschland die Aufforderung des Papstes, an Stelle des abgesetzten Friedrich einen neuen König zu wählen; der Papst sah seine eigenen Bemühungen, einen Gandidaten für den deutschen Thron aufzustellen, erst im nächsten Jahre von Erfolg gekrönt: am 21. April 1246 konnte er die geistlichen und weltlichen Fürsten Deutschlands auffordern, den Landgrafen Heinrich von Thüringen, „welcher bereit sei, die Bürde des Reiches zu übernehmen“, zum König zu wählen3). Zur energischen Vertretung seiner Sache hatte Innocenz den Cardinallegaten Philipp, Bischof von Ferrara, nach Deutschland gesandt, dessen Hauptziel es sein musste, eine möglichst grosse Anzahl deutscher Fürsten zur Beteiligung an der Wahl zu veranlassen. Dies gelang ihm auch. Denn am 22. Mai 1247 wurde Heinrich von Thüringen zu Hochheim — dem heutigen Veitshöchheim, eine Stunde unterhalb Würz¬ 1) Vgl. die Zeugenreihe in den Urkunden Friedrichs 11. bei Böh¬ mer a. a. O. S. 199. 200, nr. 1085. 87. 88. 2) Wichtige Reichsstädte, wie Frankfurt und Worms, traten sogar erst nach Konrad IV. Tode, 1254, zu König Wilhelm über. Vgl. z. B- Böhmer, reg. Wilhelmi nr. 220. 3) Papa archiepiscopos et principes Theutoniae.....hortatur, ut cum lanlgravius Thuringiae imperii Romani negotium assumere sit para¬ tus, eundem in Romanorum regem eligant. Polthast, Reg. pont. 1!, nr. 12071.