2 so jetzt gegen Friedrich II. die lange gehegten Pläne des Papst¬ tums mit starker Hand zu ergreifen un-d durchzuführen ver¬ mochte. Ein solcher Mann war nun aber der neu erwählte Papst, welcher den Namen Innocenz IV. annahm. Er wurde zum Papst erwählt, weil er sich bisher als treuer Anhänger des Kaisers gezeigt hatte: aber nur zu gut bewahrheiteten sich die Worte Friedrichs II., welche er auf die Nachricht von der Wahl Innocenz IV. aussprach: „Mein Freund wird mein Feind werden; denn kein Papst kann ein Gibelline sein“1). Sobald Innocenz den Stuhl Petri bestiegen hatte, nahm er die auf die Vernichtung der Staufen hinzielenden Pläne seiner grossen Vor¬ gänger auf. Zur Erreichung dieses Zieles musste der Papst aber vor allem selbst frei sein, und noch war ganz Italien im Besitz Friedrichs, so dass Innocenz, so lange er dort weilte, fortwährend den Bedingungen des Kaisers ausgesetzt war. Um diesen zu entgehen, verliess er im Herbst 1244 Rom1 2) und begab sich heimlich nach Lyon, wo er bis zum Tode sei¬ nes Gegners, 1250, verblieb. Von hier aus konnte er ungehin¬ dert gegen Friedrich Vorgehen; denn das Erzbistum Lyon sowohl wie die übrigen früher zum arelatischen Königreich gehörigen Lande standen fast ganz selbständig da, wenigstens erstreckte sich die Macht des deutschen Kaisers über sie nicht mehr. Mil der Absetzung seines Gegners begann Innocenz den Kampf gegen Friedrich. Er berief „zur Berathung der Mittel zur Abwendung der den Christen im heiligen Lande dro¬ henden Gefahren“ ein Conzil nach Lyon und erklärte hier am 17. Juli 1245 zum grossen Erstaunen aller Anwesenden, ohne den Vertreter des Kaisers anzuhören, Friedrich II. aller Ehren und Würden für verlustig, indem er alle des ihm geleisteten Lehnseides entband und die, welche ihm ferner anhängen würden, mit der Excommunication bedrohte; zugleich forderte er „die im Reiche, denen die Wahl eines Kaisers zukommt“, auf, „sie sollten, ohne sich beeinflussen zu lassen, einen Nach¬ 1) Raumer IV, 40. 2) Im Juli begab er sich nach Genua, von wo er am 5. Oclober aufbrach; am 2. Dccember kam er in Lyon an. Potthast, reg. pont. II, S. 971 — 074. Böhmer, regesla imperii 1198—1254, S. 355.