Landesherrliches Rechnungswesen im Spätmittelalter Landesherrliches Rechnungswesen im Spätmittelalter Das landesherrliche Rechnungswesen ist erst in jüngerer Zeit wieder verstärkt und erstmalig in Form eines flächendeckenden Überblicks bearbeitet worden. Mark Mersiowskys Dissertation über die erhaltenen Rechnungen des nordwestdeutschen Raums aus dem Jahr 2000 gilt inzwischen als Standardwerk1292. Parallel dazu und im Anschluß daran bemüht sich Mersiowsky um einen ähnlichen Überblick über die Überlieferungslage im Südwesten Deutschlands (heute: Baden-Württem¬ berg)12^^. Für den Westen Deutschlands im engeren Sinne (heute: Saarland und Rheinland-Pfalz) fehlt ein solcher Überblick, so daß für die Region des Westrichs, der Kirkel zuzuordnen ist, und die die heutige Westpfalz, die Saarregion und Deutschlothringen (Bailliage d'Allemagne) umfaßte, diese Arbeit noch aussteht1294, Marc Mersiowsky, Die Anfänge territorialer Rechnungslegung im deutschen Nordwe¬ sten. Spätmittelalterliche Rechnungen, Verwaltungspraxis, Hof und Territorium (Residen¬ zenforschung 9), Stuttgart 2000; vgl. auch Ders., Rechnungen, in: Höfe und Residenzen im Spätmittelalterüchen Reich. Hof und Schrift (Residenzenforschung, Band 15/111), hg. von Wolfgang Para vicini, bearb. von Jan Hirschbiegel und Jörg Wettlaufer, 2007, S.531- 551, hier S. 537: „Erst auf Basis aller erhaltenen Rechnungen kann man sich ein Bild über den Hof und seine Versorgung machen, wobei man sich immer bewußt sein muß, daß auch das Erhaltene immer noch Lücken aufweisen kann. Im Bereich der Rechnungen verbiete sich fast immer das argumentum e silentio“; ferner Ders., Finanzverwaltung und Finanz¬ kontrolle am spätmittelalterlichen Hofe, in: Hofwirtschaft. Ein ökonomischer Blick auf Hof und Residenz in Spätmittelalter und Früher Neuzeit (Residenzenforschung, Band 21), hg. von Gerhard Fouquet, Jan Hirschbiegel und Wolfgang Paravicini, Ostfildern 2008, S. 171-189; für Hessen vgl. Elisabeth Orth, Amtsrechnungen als Quelle spätmittelalterlicher Territorial- und Wirtschaftsgeschichte, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 29 (1979), S. 36-62; Mark Mersiowsky, Die Rechnungen Heinrichs VII. als Spitze des Eisber¬ ges? Rechnungsüberlieferung und Rechnungswesen des Reiches im frühen 14. Jahrhundert, in: Vom luxemburgischen Grafen zum europäischen Herrscher. Neue Forschungen zu Hein¬ rich VIF, hg. von Ellen Widder unter Mitarbeit von Wolfgang Krauth (Schriften des CLUDEM 23), Luxemburg 2008, S. 225-268; ders., Römisches Königtum und Rechnungs¬ legung im 13. und frühen 14. Jahrhundert, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittel¬ alters 64 (2008), S. 547-578; Michael Rothmann, "Damit aber wir sovil besser hinder die sach kommen." Zentrum und Peripherie - Das Rechnungswesen der Landgrafen von Hessen und der Grafen von Isenburg im Übergang vom 15. und 16. Jahrhundert, in: Gerhard Fou- QUET, Harm von Seggern. Adel und Zahl: Studien zum adligen Rechnen und Haushalten in Spätmittclalter und früher Neuzeit (Pforzheimer Gespräche zur Sozial-, Wirtschafts- und Stadtgeschichte 1), Ubstadt-Weiher 2001, S. 42-78. 1293 Marc Mersiowsky, Spätmittelalterliche Rechnungen als Quellen zur südwestdeutschen Burgengeschichte, in: Burgen im Spiegel der Überlieferung (Oberrheinische Studien 13), hg. von Hermann Ehmer, 1998, S. 123-162, dort S. 128: „Eine umfassende Übersicht der südwestdeutschen Territorial- und Herrschaftsrechnungen steht leider nicht zur Verfügung, ebenso wenig wie eine solche für das ganze mittelalterliche Reich. ... Statt schnell auf eine Zusammenstellung oder gar Edition zurückgreifen zu können, ist man auf umfassende Re¬ cherchen in den Archiven der Region angewiesen.“ Der Forschungsstand ist unverändert geblieben, 121,4 Darauf wies bereits Hans-Walter Herrmann, Spätmittelalterliche und frühneuzeitliche 687