gelungen, Fortschritte zu erzielen.“ Im gesamten Kreis Ottweiler zähle die Organisation rund ioo Anhänger.;s Bereits 1881 wurde in Neunkirchen zwar eine Filiale des Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereins gegründet, die dann aber wenig später, wohl noch im sel¬ ben Jahr, bereits wieder aufhörte zu existieren. Die Fiüttenarbeiter erreichte die kleine Vereinigung ohnehin nicht. 191z, also über drei Jahrzehnte später, wurde dann ein neuer Hirsch-Dunckerscher Ortsverein ins Leben gerufen, der dann immerhin Z4 Hüttenar¬ beiter anwerben konnte. Uber diese 24 Personen ist nichts weiter bekannt. Allerdings verlor die Gruppierung wohl wenig später einige Mitglieder an den von der Betriebslei¬ tung gegründeten Nationalen Hüttenverein.28 29 Für das Jahr 1906 wird berichtet, dass der lokale katholische Arbeiterverein nicht weniger als rund 1.300 Mitglieder zählte, sich das Gros aber aus Bergarbeitern rekrutierte.30 Zwei Jahre zuvor war eine Filiale des Ge¬ werkvereins christlicher Bergarbeiter Deutschlands in Neunkirchen gegründet worden, dem 1906 316 Personen angehörten.31 Wenn Karl Alfred Gabel behauptet, die christlichen Arbeiterorganisationen seien in Neunkirchen „ohne sonderlichen Erfolg gewesen“, '2 so bezog er sich vornehmlich aut die Hüttenarbeiter. Die Bergleute hingegen waren im Bereich der Organisation wesentlich aktiver. Schon der große Bergarbeiterstreik von 1889 bis 1893 hatte sich in der Stadt be¬ merkbar gemacht. Im gesamten Kreis Ottweiler waren immerhin 75 Prozent der Bergleu¬ te im Rechtsschutzverein organisiert (6.605 von 8.799), m Neunkirchen selbst war eine Zahlstelle eingerichtet worden. Auf der anderen Seite aber scheiterten hier wie andern¬ orts sämtliche Versuche, die Rechtsschutzbewegung auf die Hüttenarbeiterschaft auszu¬ dehnen.33 Die Freien Gewerkschaften tauchten auf der Hütte vor 1914 überhaupt nicht auf.34 Eine Statistik des DMV aus dem Jahre 1909 fasst die gewerkschaftlichen Organisati¬ onsverhältnisse folgendermaßen zusammen: Im Neunkircher Eisenwerk waren demnach 1.000 von 4.870 Arbeitern organisiert, und zwar ohne Ausnahme im (gelben) Nationa¬ len Hüttenverein. Damit blieb Neunkirchen selbst in einer wenig organisationsfreudigen Branche gegenüber vergleichbaren Werken aus der Region zurück. In Völklingen konnte der DMV immerhin 100 freigewerkschaftlich organisierte Hüttenleute zählen, auf der Haiberger Hütte 60 und in Burbach wenigstens noch 40. Der Hirsch-Dunckersche Ge¬ werkverein hatte, glaubt man der Statistik, in Völklingen 242 Mitglieder, in Burbach zoo 28 Zitiert nach Ebenau 2.005 S. 123. 29 Vgl. Gabel 1921, S. 150-153. 30 Vgl. Pfarr-Kalender der katholischen Kirchengemeinde Neunkirchen (Bezirk Trier) für das Jahr 1908, S. 38. 31 Vgl. Ebenau 1990, S. 35 f. 32 Gabel 1921, S. 133. 33 Vgl. Ebenau 1990, S. 26 f. 34 Gerhard Paul und Klaus-Michael Mallmann schreiben: „Gänzlich verschlossen blieb dem DMV bis zum Ersten Weltkrieg noch die Neunkircher Hütte [...].“ Siehe Paul, Gerhard/MALLMANN, Klaus- Michael: Milieus und Widerstand. Eine Verhaltensgeschichte der Gesellschaft im Nationalsozialismus, Bonn 1995, S. 165. 400