den explizit als Erstleute gekennzeichnet. Der durchschnittliche Schichtlohn bewegte sich zwischen 5,78 Reichsmark und 6,17 Reichsmark. Dies ist, verglichen mit einigen vom DMV ermittelten Daten, ein recht hoher Wert. Der gewerkschaftlichen Erhebung zufolge lag der durchschnittliche Schichtlohn Kir „Schmelzer und Hochofenarbeiter“ in der Industrieregion Saar-Lor-Lux bei 3,80 Reichsmark im Zeit- und bei 4,56 Reichs¬ mark im Akkordlohn.24 Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass erstens auch die Löhne anderer Hochofenarbeiter in die Berechnung einfließen, dass zweitens die Da¬ tengrundlage der Erhebung begrenzt war und dass drittens damit zu rechnen ist, dass von Seiten der Gewerkschaft die Durchschnittslöhne bei solchen Erhebungen eher nach unten abgerundet worden sein dürften. Hinter den Schmelzern blieben die Löhne der E Aufgeber klar zurück. Ihre Aufgabe im Werk bestand darin, die Beschickung der Hochölen auf der Gichtplattform durch- zuführen und zu koordinieren.* 248 In den Aulgeberkolonnen betrug der Spitzenlohn 3,41 Reichsmark pro Schicht. Hierbei handelte es sich wohl um einen I. Aufgeber, also um einen Arbeitsgruppenleiter, auch wenn die explizite Bezeichnung als solcher fehlt. Überhaupt scheinen in der Liste die Positions- und Tätigkeitszuweisungen nicht immer sorglältig vorgenommen worden zu sein, sodass von den erzielten Löhnen Rückschlüsse auf die jeweilige Position gezogen werden müssen. Wie dem auch sei, die betriebsinter¬ nen, hierarchisch bedingten Abstulungen im Lohn lassen sich jedenfalls eindeutig nach¬ vollziehen. So folgen in der Liste die Erzzapler auf die Aufgeber, und der unter ihnen maximal zu erzielende Schichtlohn lag bei 4,91 Reichsmark. Die im Anschluss aufge¬ führten Weichenzieher verdienten im besten Falle 4,86 Reichsmark pro Schicht. Ledig¬ lich auf höchstens 3,96 Reichsmark pro Schicht konnten es die Satzwieger bringen, viel besser waren die Verdienstmöglichkeiten für die weiterhin aufgeführten Schlosser und Schmiede: Die Spitzenverdiener unter diesen gelernten Facharbeitern kamen auf bis zu 5,77 beziehungsweise 5,83 Mark in einer Schicht.249 Bislang entsprechen die Daten dem oben gezeichneten Bild der Belegschaftshierar¬ chie. Nun offenbart die Lohnliste aber auch Befunde, die davon in erstaunlicher Weise abweichen. Besonders virulent wird dies bei den Löhnen der Erzauslader, also einer de¬ zidiert ungelernten Arbeiterkategorie. Hier wurden Löhne von bis zu 7,04 Reichsmark pro Schicht erzielt, also mehr als ein I. Schmelzer verdienen konnte.220 Der Grund für 24 Siehe ebd., S. 310. 248 Vgl. BoSSELMANN 1906, S. 43 f. 249 Siehe Lohnliste Hochöfen NE 1913. 250 Die DMV-Studie nennt für die ungelernten Platz- und Möllereiarbeiter in Saar-Lor-Lux Werte, die deutlich dahinter zurückblieben: Platzarbeiter verdienten demnach im Schnitt 3,38 Reichsmark im reinen Zeit- beziehungsweise 3,80 Reichsmark im Akkordlohn, bei den Möllereiarbeitern waren es 3,73 beziehungsweise 5,09 Mark. Interessant ist, dass der Studie zufolge die im Akkord arbeitenden Möllereiarbeiter also mehr verdienten als die zusammengefasste Kategorie der Hochofenarbeiter und Schmelzer. Dies hängt, wie gesagt, wahrscheinlich damit zusammen, dass mit den Schmelzern einfache Hochofenarbeiter statistisch verrechnet wurden. Vgl. Die Schwereisenindustrie 191z, S. 310. 252