534 Kap. IX. § 216. § 216. Hiermit sind wir am Ziele der Praktik angelangt. Um das Ganze der Entwickelung der Grundkategorien von der Struktur durch die Funktion zum Gehalt zu erschöpfen, fehlt freilich noch Eines. Es fehlt das zwar vielfach schon gestreifte und in der letzten Betrachtung uns schon recht nahe gerückte Hauptstück der Poiesis. Aber das bedürfte erst einer gründlichen, gänzlich neuen Durcharbeitung. Im Gesamtaufbau des Systems aber müßte dann erst folgen das schwierige, aber über aus wichtige Kapitel der Ob j ektivi- tät und Subjektivität. Mit diesem müßte eine ganze neue Dimension des Logischen sich eröffnen, das heißt nichts Geringe- res als eine weitere, die für uns letzte Verunendlichung ; die dritte Dimension des Logischen, wenn die bloße Aufstellung der Grundkategorien die erste, lineare Entwickelung, die Durch- führung der Grundkategorien durch Struktur, Funktion und Gehalt die zweite, also Flächendimension vertritt. In jener dritten Dimension würde dann erst der ganz erfüllte Raum des Sein-und Sinnhaften, gleichsam nach Länge, Breite und Tiefe, erreicht sein. Darüber hinaus gibt es dann nur noch eine abschließende, ich nenne sie Grenzlogik. Diese vertritt in unserem System etwa das, was sonst unter dem Titel ,,Religionsphilosophie" vorgetragen wird. Es kann für uns keine irgendwie aufbauende Philosophie der Religion sein; eine solche scheint mir eine falsch gestellte Aufgabe zu sein. Ich bleibe vielmehr darin strengster Kritizist, daß ich hier keine Aufgabe mehr erkennen kann als die der letzten Selbstbegrenzung der Vernunft. Diese dürfte sich keinesfalls „Theologie", auch nicht negative nennen. Auch die negative Theologie will doch immer noch Theologie sein. Theo-logie ist aber ein sehr fragwürdiger Begriff. Gott ist kein Thema irgendeiner -logie, so wie ich mir umgekehrt auch Gott nicht als Logiker zu denken vermag, so w enig wie als Mathematiker, Physiker, Historiker oder was man sonst nennen mag. Wenn Philosophie über Gott etwas auszusagen hat, so nur, indem