Kapitel VII Die Konstitution des Sinngehalts unter dem Gesichtspunkt der Praxis: B. Praktischer Gehalt (Praktik) § 136. Unsere Frage geht also nun auf den praktischen Ge- halt, d. h. nachdem über die Form aller Praxis Klarheit ge- wonnen ist, ist jetzt zu fragen nach der Inhaltserfüllung. Form und Gehalt stehen aber untereinander in solch innerem Zu- sammenhang, daß in den formalen Erfordernissen schon mannigfacher Hinweis liegen muß auf die Beschaffenheit des Gehalts, der in diese Form sich soll fügen und ihr gemäß sein können. Unter dem Begriff „Form“ faßten wir zusammen, was sich uns zerlegt hat in die Struktur und die Funktion. Die Grund- struktur aller Sinnentfaltung ist für Theorie, Praxis und Poie- sis wesentlich dieselbe: was wir alsBegriff,Folgeentwickelung, Urteilsentscheid bezeichneten, findet Anwendung nicht auf die Theorie allein, sondern auf alles Sinnhafte; also auch aufs Praktische, aufs Poietische. Auch dieses beides muß seinem vollen Gehalte nach so geartet sein, daß es in diese Form ein- geht, nämlich aus seiner Möglichkeitsgrundlage, in folgenot- wendiger Fortentwickelung, Schritt um Schritt sich entscheidet in einem: So ist es, so steht es nun, und damit ist fortan zu rechnen. Es steht so, nicht um stehen zu bleiben, aber als Standpunkt zu dienen zu weiterem Fortschreiten, stets von Punkt zu Punkt weiter, in einem Fortgang, der immer wieder