202 Kap. V. § 83. gesagt) ohne bis zu ihm selbst kommen zu können. Also welches sind die Merkmale, die kategorialen, und das heißt: schöpferisch gestalteten Momente der Individuität des Gehalts ? Das Kriterium des Kategorialen, und ganz besonders dieses, in der gegenwärtigen Dimension der Betrachtung Letztkategorialen, ist, daß keine der hier auf tretenden Ka- tegorien nur geschieden, und gar beziehungslos, neben den anderen steht, sondern jede auf die anderen (nicht nur die zunächst stehenden, gleichsam unmittelbar anstoßenden, sondern zuletzt alle anderen) sich zugleich erstrecken, alle (wie schon Plato im „Sophisten“ feststellt) mit allen sich mischen, durch alle hindurchgehen, also alle zu einander nicht nur wechselbezüglich sind, sondern sich durchdringen, doch ohne damit jemals ihre Eigenheit (der Struktur, Funk- tion und Gehaltigkeit) zu verlieren. So wird also, wenn (wie wir bisher schon angenommen, aber eigentlich jetzt erst ab- zuleiten und endgültig zu begründen haben) die erschöpfende oberste Disposition des Sinngehalts die in den theoretischen, praktischen und poietischen Gehalt ist, alles Theoretische auch unter praktische und poietische, alles Praktische auch unter theoretische und poietische, alles Poietische auch unter theoretische und praktische Betrachtung irgendwie fallen. So hat es sich unter den Gesichtspunkten der Struktur und der Funktion schon herausgestellt; es wird in den Wech- selbeziehungen des so dreigegliederten Gehaltes sich von neuem und in noch umfassenderem, eben gehaltigerem Sinne wiederum her ausstellen. Sofern aber für uns hier (da wir jetzt praktische Philosophie treiben) der Gesichtspunkt der Praxis der bestimmende sein muß, so geht hier besonders das uns an: i. daß Schöpfung, wie nach ihrem statischen Moment in der Theorie, so nach dem dynamischen in der Praxis, dagegen statisch-dynamisch, und schließlich über- statisch-dynamisch, in der Poiesis sich ertätigt; 2. daß der