200 Kap. V. § 82. schiedlich vom andern, oder überhaupt irgendwie von außen her, weil eben alles, Ununterschieden, unschiedlich schon da ist; während man mit Gegebenheit eben Schiedlichkeit, Unterschiedlichkeit ausdrücken wollte. Was man bei dem Gegebenwerden Richtiges im Sinne hat, ist das Heraus- treten des Einzelnen aus dem Letztindividualen (in welchem es doch damit zugleich verbleibt); das und nichts anderes ist die Aktuierung, das Aktuellwerden des Einzelnen; es ist das Hervortreten aus dem ewig strömenden Strome, aus der ewig ununterbrochenen Kontinuität des Strömens, zu der alles Einzelne gleich unmittelbar ist. So ist (d. h. er- schließt sich), wie oft gesagt, das Individuale unmittelbar im Universalen, und das Universale im Individualen. Das also ist der Sinn der Aktualität (wenn auf das, was hervor- geht —) oder der Aktivität, als Aktuierung (wenn aufs Her- vorgehen gesehen wird). Also ist Schöpfung stets und not- wendig Individuierung, und Individuierung Schöpfen un- mittelbar aus der Totalität des Stromes. Nie ist dabei die Rede vom Subjekt, als sei dieses so ein kleiner Gott-Schöpfer; es selbst ist vielmehr genau so nur Geschöpf, wie das, was es als Objekt sich gegenüberstellt. Von diesem Subjekts- und dem diesem entsprechenden Objekts-Charakter ist auch hier noch nicht zu reden; wir werden beides an seiner Stelle einführen, hier aber darf uns Schöpfung (Aktivität als Schöpfung) gar nichts anderes besagen als das Schöpfen (Sich-Schöpfen) aus dem ewig strömenden Strome. Und dabei wird es auch dann bleiben, wenn wir die Subjekt- Objekt-Beziehung hernach einführen werden. Unseren letzten Voraussetzungen zufolge aber können wir gar nicht anders als die ganze Aktuierung des Sinngehalts, und nicht bloß seine strukturelle und funktionale Formung, der schöpfe- rischen Aktivität zuschreiben. Darin liegt nichts weder von Subjektivierung noch von Objektivierung. Es handelt sich noch immer erst um das subjektiv oder objektiv, zuletzt