Die Strukturgesetzlichkeit der Aktivität. 137 bedingte Sonderheit behauptet, daß auf diese Weise nichts, kein Atom, ohne einen Kern oder Keim von Eigenleben, son- dern das Ganze bis ins Letzte, bis zum Atom, oder sei es zum Atom des Atoms, bis zum Wirkensdifferenzial jeder beliebigen Ordnung lebendig, d. i. eigenwirkend oder zum Eigenwirken berufen und entwickelbar ist — das kann freilich keine Wissen- schaft beweisen, und auch das innere Selbstzeugnis des Leben- den kann nicht solchen Beweis ersetzen; Tatsache aber ist, daß Leben nur an Leben glauben kann und in sich vollkommen gewiß ist, mit solchem Glauben nicht irregehen zu können; denn es glaubt so nicht aus sich, aus seinem Sonderleben heraus, sondern indem es in seinem Sonderleben das Leben gegenwärtig weiß, welches alles alles Lebens Leben, nicht nur gelebtes, sondern lebendes Leben ist. § 57. Das kann hier nur fernster Ausblick sein; fernster, sofern wir ja erst ganz von unten und von außen her an die Sache herangetreten sind und den Faden unserer Unter- suchung nur stufenweise hinauf und damit zum Innengrund zurückführen können. Dem Lebenden und Wissenden aber ist es das Nächste und Innerste, schlechthin Unmittelbare, durch nichts anderes erst zu vermitteln, solcher Vermittelung weder bedürftig noch fähig. Der Frage, dem Zweifel bleibt hier gewiß weitester Spielraum; aber die Bestimmtheit der Richtung zur letzten, zentralen Einheit kann für den, der seine Frage, seinen Zweifel selbst recht versteht, nicht fraglich sein, so gewiß das Sein zuletzt eines sein muß und nicht in eine beziehungslose Vielheit auseinanderfallen kann. Alle Vielheit in ihm muß sich selbst wieder zur Einheit zusammenschließen durch innere Beziehungen; denn nichts vermag wirklich her- auszutreten aus der Allbezüglichkeit, All-Wechselbezüglichkeit, Wechseldurchdrungenheit des Ganzen. Die Einzigkeit des Seins läßt sich, nach dem letzten Sinne des Seins, gar nicht anders denken; sie vermag sich selbst nicht anders zu denken; denn nicht wir denken, sondern es denkt sich in uns; es ver-