44 Kap. II. § 20. sondern auch Wiederzuwendung; der Weg auf und ab ist einer, er scheidet nur, um zur Einheit wieder zurückzu- führen. Und zwar nicht erst hinterher, sondern im Sich- scheiden bleiben doch die sich Scheidenden einander zuge- wendet ; die Spannung der Gegensätze selbst hält sie zugleich zusammen; Außen- und Innen-Gespanntheit, Extension und Intension, entsprechen sich notwendig; sie zusammen füllen erst den ganzen Sinn der Notwendigkeit. Zusammen- haltlose Scheidung wäre nicht minder nothaft wie scheidungs- loses Zusammen- und Ineinander-sein; beide Nöte zugleich wenden sich in der Koinzidenz der Außen- und Innen- Spannung, welche erst den vollen Sinn der Notwende (als den der wechselseitigen Zugewendetheit) ausmacht. Dies aber ist es, was, als Abschluß eines jeden zu Ende kommenden logischen Prozesses, die 3. Phase bedeutet. Hieß es zu- erst: Es werde!, so lautet es notwendig weiter: und es ward. Es gehe hervor! — und so ist es dann hervorgegangen, ist geworden, und ist somit nunmehr vollendete Wirklichkeit. „Wirklichkeit“: ein wahres Wunderwort für das ewige Wunder der Schöpfung! Es schließt dies Wundersame ein, daß, was gewirkt, d. h. wörtlich, aus den Einzelfäden zusammen- gewoben ist, selbst, von seinem ewigen Ursprung, von der ewig webenden, wirkenden Schöpfung her, der es sein Da- sein verdankt, die Schöpferkraft des Fortwebens und -Wir- kens in sich trägt und so an dem Charakter des Wirkenden, Schöpferischen, nicht bloß Gewirkten, Geschaffenen, der natura naturans, und nicht bloß der natura naturata, teilhat. Es muß daran teilhaben, denn nicht anders kann es sich wirklich beweisen, nicht anders sein Geschaffensein, seine Abkunft von dem ewigen Ursprung beweisen, als daß es selbst nicht tot und träge in dem Seinsstand verbleibt, in den es hineingestellt wurde, sondern fortzeugend, weiter schaffend, am ewigen Gewebe fort- und sich selbst auswirkt. So allein ist es Wirklichkeit, ist es Schöpfung, ist es Voll-