Diese Vorlesungen sind noch von meinem Vater zum Druck gegeben worden. Bei den Korrekturen haben wir uns daher möglichst genau an die Handschrift gehalten. Nur ganz klar zutage getretene Schreibfehler sind verbessert worden. Daß die Vorlesungen so, wie sie hier vorliegen, auch ge- halten worden sind, trifft allerdings wohl nicht zu. Mein Vater hat zwar in der Regel in enger Anlehnung an — für andere freilich kaum lesbare — Konzepte gelesen, nur selten sprach er ganz frei. Aber die dem vorliegenden Buche zugrunde liegende Handschrift stellt mehr dar als ein Konzept: Sie ist mit Rücksicht auf einen späteren Druck und auf ein Er- scheinen als Buch diktiert, nachdem die Vorlesungen gehalten worden waren. Um was es sich bei der Praktischen Philosophie handelt, geht aus den ersten Seiten hervor. Die „praktische“ Philo- sophie will nicht Teil der Philosophie, sondern Philosophie als Ganzes, aber unter dem Gesichtspunkt der Praxis, sein. Sie steht damit im Gegensatz einerseits zur theoretischen Philo- sophie — der Philosophie unter dem Gesichtspunkt der Theorie (Erkenntniskritik, Logik) — andererseits zur poieti- schen Philosophie — der Philosophie unter dem Gesichts- punkt der Poiesis, des Schöpferischen im weitesten Sinne. Über diese letztere beabsichtigte mein Vater im Winter 1924/25 zu lesen. Leider findet sich über sie in seinem Nach- laß nicht die geringste Aufzeichnung. Er hatte die Vorlesung im Kopf, brauchte sie während der Ferien nur zu Konzept zu bringen und konnte sie dann lesen und in Reinschrift diktieren wie die praktische Phüosophie. Nur aus Hinweisen in der Vorlesung über die praktische Philosophie und über die „Philo-