§ 147- Andererseits sind sie dem Subjekte nicht ein Fremdes, sondern es gibt das Zeugnis des Geistes von ihnen als von seinem eigenen Wesen, in welchem es sein Selbstgefühl hat, und darin als seinem von sich un- unterschiedenen Elemente lebt, — ein Verhältnis, das unmittelbar, noch identischer, als selbst Glaube und Zutrauen, ist. Glaube und Zutrauen gehören der beginnenden Re- flexion an und setzen eine Vorstellung und Unter- schied voraus; — wie es z. B. verschieden wäre, an die heidnische Religion glauben, und ein Heide sein. Jenes Verhältnis oder vielmehr verhältnislose Iden- tität, in der das Sittliche die wirkliche Lebendigkeit des Selbstbewußtseins ist, kann allerdings in ein Ver- hältnis des Glaubens und der Überzeugung, und in ein durch weitere Reflexion vermitteltes übergehen, in eine Einsicht durch Gründe, die auch von irgend be- sonderen Zwecken, Interessen und Rücksichten, von Furcht oder Hoffnung, oder von geschichtlichen Vor- aussetzungen anfangen können. Die adäquate Er- kenntnis derselben aber gehört dem denkenden Be- griffe an. § 148. Als diese substantiellen Bestimmungen sind sie für das Individuum, welches sich von ihnen als das Subjektive und in sich Unbestimmte oder das besonders Bestimmte unterscheidet, hiermit im Verhältnisse zu ihnen als zu seinem Substantiellen steht, — Pflichten für seinen Willen bindend. Die ethische Pflichtenlehre, d. i. wie sie objek- tiv ist, nicht in dem leeren Prinzip der moralischen Subjektivität befaßt sein soll, als welches viel- mehr nichts bestimmt, — ist daher die in diesem dritten Teile folgende systematische Entwickelung des Kreises der sittlichen Notwendigkeit. Der Unter- schied dieser Darstellung von der Form einer Pflich- tenlehre liegt allein darin, daß in dem Folgenden die sittlichen Bestimmungen sich als die notwendigen Ver- hältnisse ergeben, hierbei stehen geblieben und nicht zu jeder derselben noch der Nachsatz gefügt wird, also ist diese Bestimmung für den Menschen 205