Zur Lehre vom G-emüt. 105 zeichneten, das zwar auch hochgradiges Gefühl als sein Zuständliches, aber doch nur schwache Körperempfindung als sein „begleitendes“ Gegenständliches hat (s. S. 98f.), also nur nach dem hohen Grade seines Gefühls, nicht aber auch, wie der Affekt, nach der großen Intensität seiner Körper- empfindung ein starkes „Gefühl“ heißt. Wir haben ferner erkannt, daß in allem „Gefühl“ die ihm zugehörende „Körper- empfindung“ zwar von dem „maßgebenden“ Gegenständlichen abhängig ist, daß aber diese Körperempfindung doch nicht nur von dem „maßgebenden“ Gegenständlichen bedingt ist, sondern auch von der durch die Entwicklung insbesondere mit- bedingten augenblicklichen Beschaffenheit einerseits des besonderen Bewußtseins, andererseits des besonderen Körpers, in dem die „Veränderungen“, die den Körperempfin- dungen zugrunde liegen, auftreten. Es bleibt nun noch übrig, die Behauptung, daß ein Affekt in ein anderes „Gefühl“, und ein anderes „Gefühl“ in einen Affekt „übergehen“ könne, zu prüfen. Das „andere“ Gefühl, das hier gemeint ist, soll selbst- verständlich ein „verwandtes“ d. h. in dem „maßgebenden“ Gegenständlichen und in der Art des Gefühls (Lust oder Un- lust) gleiches „Gefühl“ sein, das nur in der Intensität der „begleitenden“ Körperempfindung und damit auch in dem Grade der Lust oder Unlust als schwächeres „Gefühl“ sich bietet. Ausgeschlossen ist dabei von vorn eherein, was auch ohne Weiteres einleuchtet, daß ein Affekt in ein „verwandtes“ starkes „Gefühl“, das nur durch die Schwäche der Intensität des begleitenden Gegenständlichen sich unterschiede, „über- geht“, was ja gegen den Satz „gleiche Ursache — gleiche Wirkung“ verstieße. Ist dieses also ausgenommen, so läßt sich gegen die Behauptung nichts einwenden, daß für jeden Affekt ein verwandtes anderes „Gefühl“, und für jedes „Ge- fühl“ mit schwacher Körperempfindung ein „verwandter“ Affekt eintreten könne. Diese Möglichkeit setzt aber voraus, daß entweder das Bewußtsein in seiner gegenständlichen Bestimmt- heit sich zwar ändere, aber doch dasselbe Gegenständliche als „maßgebendes“ auch in dem anderen Augenblicke habe, oder daß der Körper in seinem Zustande sich ändere, oder aber, daß sowohl die erste als auch die zweite Veränderung ein-