Zur Lehre vom Gemüt. 41 ständlichem steht ohne Frage auch in engem Zusammenhänge die verschiedene Stellung des Gegenständlichen im Bewußt- sein, da sich zeigt, daß das Gegenständliche von größerem Gefühlswerte auch mehr im Blickpunkte des Bewußtseins steht als das übrige, mit anderen Worten, daß es vor dem übrigen noch besonders „bemerkt“ ist, in der Aufmerksam- keitsstellung sich findet. Es fragt sich nun, ob vielleicht dieses Bemerken oder Anfmerken überhaupt erst den Grund dafür abgebe, daß das in der Aufmerksamkeitsstellung befindliche Gegenständliche größeren Gefühlswert als das übrige hat, oder ob der be- stimmte Gefühlswert schon an und für sich an die Besonder- heit jenes Gegenständlichen als Gegebenen geknüpft sei und somit vielleicht dessen größerer Gefühlswert seinerseits den Grund für das „Bemerktsein“ bilde. Offenbar trifft weder das eine noch das andere das Richtige; denn einmal liegt sicher- lich oft der größere Gefühlswert eines besonderen Gegen- ständlichen gegenüber dem mit ihm zugleich auftretenden anderen in der Besonderheit des Gegenständlichen als Ge- gebenen selbst schon gegründet, so daß dadurch dann ver- ständlich wird, wie diese Besonderheit, auf die der beson- dere Gefühlswert sich gründet, ihrerseits das Bemerktsein des betreffenden Gegenständlichen vor anderem bedingen kann. Andererseits aber ist nicht zu leugnen, daß ein mit Aufmerk- samkeit bedachtes Gegenständliches, eben sobald es „bemerktes“ ist, sicherlich in seinem Gefühlswerte steigt und dann einen größeren Gefühlswert als das übrige Gegenständliche des Be- wußtseinsaugenblickes hat, mag es nun vorher schon größeren Gefühlswert als das übrige Gegenständliche gehabt haben oder nicht. Die Psychologie ist in der glücklichen Lage, mit Hilfe der willkürlichen Aufmerksamkeit d. h. im Versuch die besondere Stellung eines Gegenständlichen im Bewußtsein als bedeutsamen Umstand für seinen Gefühlswert nachzuweisen und vor allem festzustellen, wie maßgebend für das Gefühl des einzelnen Augenblicks eben dasjenige Gegenständliche sich zeigt, das im Blickpunkt des Bewußtseins steht, mit anderen Worten, dem die Aufmerksamkeit (ob willkürlich