26 Zur Lehre vom Gemüt. zur Aufmerksamkeit bedingt, wenngleich doch jedes Gegen- ständliche für das in den verschiedenen Augenblicken ver- schiedene Gefühl immer mitbedingend bleibt. „Hervor- gezogen“ wird jedoch in solchen Fällen nicht, wie Lehmann meint, ein dem besonderen Gegenständlichen angeblich als „Ton“ anhängendes Gefühl, sondern nur das besondere Gegenständliche, indem es eben aufmerksam betrachtet wird. Und ferner wird weder ein angeblicher „Gefühlston“, noch auch dieses eine besondere Gegenständliche des Augen- blicks „für sich genossen“, sondern immer das gesamte be- sondere Gegenständliche des Augenblickes samt dem durch dieses im Verein bedingten einen Gefühle, dessen Verschieden- heit in den verschiedenen Augenblicken sich trotz gleich- bleibendem gesamtem Gegenständlichen ungezwungen aus der in den Augenblicken verschiedenen Stellung des verschiedenen Gegenständlichen zur Aufmerksamkeit erklärt. Was für ein besonderes Gefühl aber jedes besondere Gegenständliche, das sich in unserem Beispiele bietet, für sich allein etwa bedingen würde, das wäre nur zu bestimmen, wenn es als die einzige gegenständliche Bestimmtheitsbesonder- heit eines Bewußtseinsaugenblickes sich böte. Gesetzt aber auch, dieser Fall könnte in einem Versuche vorgeführt werden, so bliebe trotzdem die Behauptung ungerechtfertigt, daß jedes besondere Gegenständliche auch bei dem „festlichen Diner“ ein besonderes „Gefühl“, seinen „Gefühlston“ mit sich geführt habe, als ob das allseitig doch als nur eines anerkannte Gefühl, das in jenem Diner-Augenblick gegeben ist, als die „Mischung“ von einer Mehrzahl angeblicher „Gefühlstöne“ oder Elementargefühle des Bewußtseinsaugenblicks anzusehen sei. Diese Folgerung beruhte, selbst wenn jener Versuch, Bewußtseinsaugenblicke mit nur je einem des mannigfaltigen Diner-Gegenständlichen zu schaffen, gelingen könnte, auf einer ebenso überflüssigen, wie in keiner Weise durch Erfahrung zu bestätigenden Hypothese, die völlig im selben Fahrwasser läuft, in dem wir die von der psychologischen Atomistik auf- gestellte Hypothese finden, nach der nämlich die tatsächlich nicht weiter in Besonderes auflösbare eine Empfindung, so- bald sich herausstellt, daß mehrere Reize zugleich diese