Zur Lehre vom Gemüt. 25 besonderes Gefühl, das angeblich eine „Gefühlsmischung“ sei, nicht anerkennen zu können. Daß eine Mehrzahl von beson- derem Gegenständlichen des Bewußtseins, nämlich verschiedene besondere Empfindungen und „Vorstellungen“ in dem einen Augenblicke samt und sonders, wenn auch in verschiedenem Grade, bedingend für das „eine“ mit ihnen auftretende Gefühl seien und daß dasjenige Gegenständliche, auf das die Auf- merksamkeit gerichtet ist und das demnach, wie man zu sagen pflegt, im Blickpunkt des Bewußtseins steht, in hervorragen- der Weise bedingend für das eine Gefühl dieses Augenblicks sei, ist durchaus nicht zu beanstanden. Aber es streitet gegen die klaren Tatsachen, wenn behauptet wird, daß das eine Gefühl, das bei einem „festlichen Diner“ in dem Augen- blicke sich findet, in dem die Aufmerksamkeit z. B. auf die Blumen gerichtet ist, nun ausschließlich auch nur durch die Blumen bedingt und als das besondere Gefühl demnach der an diese Blumenwahrnehmung „gebundene Gefühlston“ sei, der auf solche Weise „hervorgezogen“ und „für sich ge- nossen“ werde, so daß dem gegenüber alles andere Gegen- ständliche des Bewußtseinsaugenblicks in gar keiner Weise für das Gefühl dieses Augenblicks mitbedingend sei. Man mache doch einmal den Versuch, dieselben Blumen auf- merksam zu betrachten, wenn der Lichterglanz etwa durch das einfache Tageslicht ersetzt ist, auch die Musik und die prächtige Tafelausschmückung fehlt, ob man dann in der Tat wieder dasselbe Gefühl, wie bei jenem Diner, als man die Blumen aufmerksam betrachtete, habe! Nach meiner Prüfung findet sich nach solchem Wechsel des besonderen Gegenständ- lichen keineswegs eben dasselbe Lustgefühl, wie in dem früheren Falle. Aber nicht weniger selbstverständlich ist auch das Lustgefühl bei dem „festlichen Diner“ ein anderes, wenn die Aufmerksamkeit sich auf die Blumen, und ein anderes, wenn sie sich auf die Musik oder auf das heitere Gespräch richtet, und dieses Anderssein des zuständlichen Bewußtseins ist trotz gleichbleibendem besonderem Gegebenen als Bestimmtheitsbesonderheit des gegenständlichen Bewußt- seins in den verschiedenen Augenblicken hier durch die ver- schiedene Stellung des einzelnen besonderen Gegenständlichen