geistige Disziplin, sein Organisationstalent, seine Technik. Die in langjähriger, täglicher, pedantischer Gewohnheit des Umdenkens in die disziplinierteste Sprache, die es gibt, er- worbene Art geistig zu arbeiten ist es, die seitdem als ererbte Tradition in Laboratorien, Werkstätten und Kontoren zur Wirkung ge- langte, auch für die, wrelche ohne diese un- mittelbare Schulung in die Tradition beruflich hineinwuchsen. 322 Wir sehen eine künstlerische Form, aber wir wissen nicht, was in der Seele des anderen sie erzeugt hat. Wir können darüber nur et- was glauben und wir glauben es, indem wir unsre eigene Seele hineinlegen. Mag eine Religion in noch so deutlichen Worten sich verkünden, es sind Worte, und der Hörer trägt seinen Sinn hinein. Mag ein Künstler in seinen Tönen und Farben noch so eindring- lich wirken, der Betrachter sieht und hört in ihnen nur sich selbst. Kann er das nicht, so ist das Werk für ihn bedeutungslos. 3*3 Ich kenne große Kunst nur im Sinne eines großen Glaubens. Der Glaube bestimmt die