81 Der Mann macht Geschichte, das Weib ist Geschichte. Weiblich ist die erste, die ewige, mütterliche, pflanzenhafte, . . . die kulturlose Geschichte der Folge von Generationen, die sich nie än- dert, die durch das Dasein aller Tier- und Menschenarten, durch alle kurzlebigen Ein- zelkulturen gleichmäßig und still hindurch- geht. Blickt man zurück, so ist sie gleichbe- deutend mit dem Leben selbst. 82 Der Mensch ist, was immer er sonst auch sein mag, nämlich Erbe von Generationen, doch ein Produkt und Ausdruck der Landschaft, sich ihr hingebend, sich gegen sie behauptend; denn er nährt sich von der Erde, die er wieder wird. . . . Ihr Schicksal - in Schnee und Eis sterbend, im Frühling erwachend, von Regen und Sturm gepeitscht, überschwemmt, ver- wüstet - spiegelt sich auch im menschlichen Sosein, das daran leidet und sich dagegen be- hauptet. Die Härte dieses Schicksals, hier ge- boren zu sein, hat die Stärke der Seele her- ausgebildet. 25