VON DER SEELE DES MENSCHEN 68 Es gibt keinen „Menschen an sichu, wie die Philosophen schwatzen, sondern nur Men- schen zu einer Zeit, an einem Ort, von einer Rasse, einer persönlichen Art, die sich im Kampfe mit einer gegebenen Welt durchsetzt oder unterliegt, während das Weltall gött- lich unbekümmert ringsum verweilt. Dieser Kampf ist das Leben. 69 Was man sich heute als Urmenschen vorstellt, ist eine Karikatur. Der Stadtmensch in seinem Dünkel hält Intelligenz für den höchsten Schatz - nicht Rauernklugheit, sondern Li- teratenintelligenz - und stellt sich den Ur- menschen als Trottel vor, behaart (weil man heu te rasiert ist), tolpatsch ig, roh, mit plumpem Gang. Der Affe, weil er ihm widerwärtig ist, scheint ihm gut als Modell für das Bild des Menschen, so daß jeder Dummkopf fühlt, wie sehr er sich seitdem entwickelt hat.