59 Die wahre Moral ist absolut, ewig, fertig und stets dieselbe, ln ihrer Tiefe liegt immer etwas Lebenverneinendes, ein Enthalten, Entsagen, Entselbsten bis zur Askese, bis zum Tode. Schon die sprachliche Fassung drückt es aus: die reli- giöse Moral enthält Verbote, nicht Gebote. 60 Das Höchste, was möglich ist, ist Heldentum und Heiligkeit: das große Bejahen oder Ent- sagen. 61 Der Held verachtet den Tod und der Heilige verachtet das Leben. 62 Im religiösen Mitleid bringt der innerlich Mächtige dem Machtlosen seine Überlegen- heit dar. Der Mit-Leidende tötet etwas in sich. 65 Um sein Blut zu bezwingen, muß man wel- ches haben. Deshalb gibt es ein Mönchtum großen Stils nur in ritterlichen und kriege- rischen Zeiten, und das höchste Symbol für den 18