Fachwissenschaftlern, der sich zunächst über das chronologische und thematisch¬ inhaltliche „Gerüst“ einer solchen Plattform einigen sollte, dann wiederum Mitar¬ beiter zu einzelnen Themen einladen könnte und auch Redakteure und technische Administratoren für eine dauerhafte Mitarbeit gewinnen müsste. Zusätzlich könnte man die in großer Zahl im Landesverband der historisch-kulturellen Vereine des Saarlandes e.V.24 * organisierten historischen Vereine des Saarlandes einbinden. Sie informieren zwar schon in Druckwerken^ über ihre Arbeit, könnten aber auf diese Weise sicher eine breitere Öffentlichkeit erreichen. Über die kostenlose Plattform MediaWiki könnte der Kreis der Nutzer mit Schreibrechten nach Belieben verwal¬ tet werden, Leserechte blieben uneingeschränkt. Zu bedenken ist dabei der dauer¬ haft relativ hohe Arbeitsaufwand bei der Betreuung des Wikis. Ein Teil der Ar¬ beitslast könnte zwar ehrenamtlich auf etliche Schultern verteilt werden, gänzlich ohne eine Investition in Serverkapazitäten und Personalkosten wäre aber wohl nicht auszukommen. Solche Wikis zur Regionalgeschichte gibt es in Deutschland bereits. Das Nürn- berg\Viki~b ist von einer 1985 gegründeten Erlanger studentischen Initiative Ge¬ schichte für alle e. V. ins Leben gerufen worden, die sich unter anderem zum Ziel gesetzt hatte, Regionalgeschichte im Raum Nürnberg, Bamberg, Fürth und Er¬ langen unterschiedlichen Zielgruppen zu vermitteln"7 *, und an der Leibniz Universi¬ tät Hannover ist ein regionalgeschichtliches Wiki Bestandteil der LWG Lernwerk¬ statt Geschichte des Historischen Seminars28 In diesen Fällen hat sich gezeigt, dass eine solche Investition durchaus lohnt, um bei einer nachwachsenden Genera¬ tion, die mit Neuen Medien bereits groß geworden ist, Interesse an der Geschichte der eigenen Lebensumwelt zu wecken. Für diese Zielgruppe - Jugendliche und junge Erwachsene - werden über PC und Notebook hinaus Smartphones und Tablets immer mehr zum Alltag gehören. Das Marktforschungsinstitut IMS29 kommt in einer aktuellen Studie zu dem Schluss, dass bis 2015 über die Hälfte aller tragbaren elektronischen Geräte in die¬ se Kategorien einzuordnen sind. Applications (Apps) machen einen Gutteil des Charmes dieser Geräte aus. Es handelt sich dabei um Programme/Anwendungen, die für ein bestimmtes Betriebssystem von Smartphones geschrieben wurden und problemlos über einen Online Store gekauft und auf das Gerät geladen werden können. Die Bandbreite reicht dabei von Spielen und Spaßprogrammen bis zu Na¬ vigationssoftware und Entwicklerpaketen. Nachdem die Anbieterkonkurrenz sehr viel größer geworden ist, haben sich die Geräte verbilligt, und es ist sogar tech¬ nisch nicht besonders versierten Hobbyprogrammierern möglich, über eine graphi¬ sche Oberfläche eigene Apps für das Betriebssystem Android zu erstellen'0. Eben das erproben in diesem Wintersemester Studenten der Geschichtswissenschaften, 24 http://www.lhv-saarland.de (3.1.2012). Wie zum Beispiel der Historische Verein für die Saargegend: http://www.hvsaargegend.de/index.php?id=19&PHPSESSlD=vpdq0vl7mav97o321gbv5d 5074 (3.1.2012). 2il http://www.nuembergwiki.de/index.php/Geschichte_f%C3%BCr_Alle (3.1.2012). 27 Ebd. ~x http://www.lwg.uni-hannover.de/wiki/Regionalgeschichte (3.1.2012). 29 http://imsresearch.com/news-events/press-template.php?pr_id=2384 (3.1.2012). http://appinventoredu.mit.edu/ (3.1.2012). 554