um das Saargebiet ließ es zum Gegenstand zahlreicher Forschungen, in der Regel von außerhalb, und von Kampfschriften werden. Saarkataloge entstanden und ga¬ ben das Material für den Kampf um die Saar ab. Das ist der letzte Sinn der Biblio¬ graphien, die von Reismüller über Hofmann zu Walther Koch reichen . Nach der Volksabstimmung 1935 verlor das Saargebiet seine Eigenständigkeit und wurde in den Gau Saarpfalz eingegliedert. Für die Verzeichnung des Schrift¬ tums bedeutete dies, dass das Saarland in der geplanten laufenden Saarpfälzischen Bibliographie der Pfälzischen Landesbibliothek in Speyer mitverzeichnet werden sollte. Diese sollte die Pfälzische Bibliographie von Daniel Häberle ab 1935 fort¬ führen, die bis dahin auch den ehemaligen pfälzischen Teil des Saarlandes (heute Saarpfalz-Kreis) erfasst hatte. 1939 erschien auch der erste Band des Jahrgangs 1936, doch personelle Probleme und der Weltkrieg verhinderten eine Fortführung* 6. Die zunehmende Lücke in der Verzeichnung des regionalen Schrifttums schloss teilweise die 1943 erschienene Bibliographie von Rudolf Drumm, die sich aus¬ drücklich als Fortschreibung zum Literaturverzeichnis von Haßlacher verstand . 2. Die Saarländische Bibliographie entsteht Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstand das Saarland auf französische Initiative erneut als politische Einheit. Aus der französischen Besatzungszone her¬ ausgenommen besaß es schließlich eine eigene Regierung und Staatsangehörigkeit. Mit wirtschaftlichen Kooperationsverträgen und Einführung der Franc-Währung war es eng mit Frankreich verbunden. Die Schwierigkeiten der Saarländer, ein Stu¬ dium in Deutschland (wieder)aufzunehmen, führten zur Gründung der Universität des Saarlandes nach französischem Muster. Im langsam wiederaufflammenden po¬ litischen Kampf um die kulturelle Zugehörigkeit des Saarlandes wurde diese Uni¬ versität von deutscher Seite als ein Träger der französischen Kulturdurchdringung betrachtet*. Langfristig erwies sich die Universitätsgründung jedoch als wichtiges Saargegend 37(1989), S. 105-113. Dillinger (wie Anm. 3), S. 78. Zur politischen Unterstützung des Deutschtums an der Saar siehe: Wolfgang Freund, Saarforschung zwischen den Weltkriegen, in: Historische West- und Ostforschung in Zentraleuropa zwischen dem Ersten und dem Zweiten Welt¬ krieg - Verfechtung und Vergleich, hg. von Mattias Middel und anderen, Leipzig 2004, S. 89-106; Wolfgang Freund, Volk, Reich und Westgrenze: Deutschtumswissenschaften und Politik in der Pfalz, im Saarland und im annektierten Lothringen (Veröffent¬ lichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung 39), Saarbrücken 2006, 551 S. 6 Karsten Ruppert, Die Pfälzische Landesbibliothek vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zum Übergang an das Land Rheinland-Pfalz (1945-1974), Speyer 1995, S. 87. Rudolf Drumm, Schrifttum über das Industriegebiet an der Saar und seiner Umgebung (Pfalz, Nahe, Hunsrück und Lothringen). Anschließend an: Literatur über das Industrie¬ gebiet an der Saar. Von A. Haßlacher, in: Pollichia. Mitteilungen des Vereins für Natur¬ kunde und Naturschutz in der Westmark 104 (1943), S. 3-73. s Wolfgang Müller, „Primär französisch gesteuerte und orientierte Einrichtung“ oder „Wesentliche Stütze des Deutschtums an der Westgrenze“: die Perzeption der Universität des Saarlandes aus der Bonner Perspektive in den frühen Fünfziger Jahren, in: Grenzen erkennen - Begrenzungen überwinden, hg. von Wolfgang Haubrichs und anderen, Sigmaringen 1999, S. 425-441; Heinrich Küppers, Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz und im Saarland nach 1945 im Vergleich, in: Frankreichs Kulturpolitik in Deutschland, 532