Hochschulreferent im Kultusministerium, als Beisitzer und gleichzeitig Regie¬ rungsvertreter, sowie Oberstudienrat Dr. Aloys Lehnert, ausgewiesen durch seine sprachwissenschaftlichen Studien, als Beisitzer. Schon vor der Bestellung des Ku¬ ratoriums, bereits am 26. Januar 1952 war die Berufung von 23 Mitgliedern in die Kommission erfolgt. Im Verlauf des Jahres folgten weitere acht ordentliche und fünf korrespondierende Mitglieder13. Zur 1. Ordentlichen Mitgliederversammlung, der eigentlichen Konstituierung der Kommission am 6. November 1952, konnte Eugen Meyer dann 28 Mitglieder in der Jugendherberge in Dreisbach begrüßen. Von den saarländischen Mitgliedern fehlten lediglich drei, von den auswärtigen vier15 16. Die konstituierende Sitzung der neuen Institution für Landesgeschichtsfor¬ schung fand übrigens auch in der Öffentlichkeit große Beachtung. Gleich vier Pressevertreter waren anwesend, zwei von der Saarbrücker Zeitung, einer von der Saarländischen Volkszeitung, dem Organ der Christlichen Volkspartei, und einer von der Volksstimme, die der sozialdemokratischen Partei nahestand. Bei den ersten Mitgliedern der Kommission handelte es sich um Professoren der neugegründeten Universität des Saarlandes: Eugen Meyer selbst, seine Historiker- Kollegen Walter Mohr, ebenfalls Mediävist mit einem besonderen Lehrauftrag für lothringische und burgundische Geschichte17, Jean-Baptiste Duroselle, Zeithistori¬ ker und Experte für internationale Beziehungen18, Studienrat Heinrich Kuhn, der seit 1949 landeskundliche Veranstaltungen an der Universität anbot19, und Jacques Moreau, Inhaber des Lehrstuhls für Alte Geschichte und antike Epigraphik20. Hin¬ zu kamen Laurent Champier, Professor für Geographie, der renommierte Ger¬ manist und Meister-Eckart-Forscher Josef Quint und der Rechtshistoriker Guillau- me Cardascia21. Auch Laien, die sich durch ihre landesgeschichtlichen und volks¬ kundlichen Forschungen einen Namen gemacht hatten, fanden bei den Berufungen 15 Vgl. das Verzeichnis der Mitglieder 1952-1977 in: Herrmann, 25 Jahre Kommission (wie Anm. 12), S. 20-29 mit Literatur zu den einzelnen Persönlichkeiten. Ergänzend: Hans-Walter Herrmann, Nachruf auf Aloys Lehnert, in: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 25 (1977), S. 13-16. 16 Pfarrvikar Professor Hilarius Willscheid, Experte für saarländische Kirchengeschichte, war schon am 21. September 1952 verstorben. 1 Den Hinweis auf den besonderen Lehrauftrag von Professor Mohr verdanke ich dem Lei¬ ter des Universitätsarchivs Dr. Wolfgang Müller, AOR. Zu Mohrs Lebensweg und wis¬ senschaftlicher Tätigkeit vgl. das Vorwort von Hans-Walter Herrmann zu einer Samm¬ lung von Aufsätzen Mohrs aus Anlass seines 90. Geburtstages am 21. Oktober 2000, in: Studien zur Geistes- und Herrschaftsgeschichte des Mittelalters: eine Auswahl veröffent¬ lichter Aufsätze mit einem größeren bisher unveröffentlichten Beitrag, Stuttgart 2001, S. 7- 10. Ix Wolfgang Müller, „Un des meilleurs ambassadeurs de notre Université à l’extérieure". Jean-Baptiste Duroselles Wirken an der Universität des Saarlandes 1950-1957, in: Zeit¬ schrift für die Geschichte der Saargegend 45 (1997), S. 201-210. 19 Hans-Walter Herrmann, Nachruf auf Heinrich Kuhn, in: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 25 (1977), S. 9-11, hier S. 10. Wolfgang Müller, „Le Maître qui représente si dignement l’humanisme belge à l’Université Européenne de la Sarre“. Jacques Moreaus Wirken an der Universität des Saarlandes, in: 50 Jahre Alte Geschichte an der Universität des Saarlandes, hg. von Klaus Maria Girardet (Universitätsreden 47), Saarbrücken 2001, S. 59-83. 1 Nachruf von Sophie DÉMARE-Lafont, Guillaume Cardascia (1914-2006), in: Revue d’assyriologie et d’archéologie orientale 101 (2007), S. lf. 21