Grußwort 60 Jahre Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung e.V. Die Kommission für Saarländische Landesge¬ schichte und Volksforschung e.V. ist älter als unser Bundesland. Als sie im Jahr 1952 gegründet wurde, befand sich das Saarland noch auf einem „Son¬ derweg“, der erst mit der Eingliederung in die Bun¬ desrepublik Deutschland 1957 enden sollte. Bereits in jener Zeit der politischen Teilautonomie, als das Saarland wirtschaftlich noch zu Frankreich gehörte, wurde die Kommission auf Initiative des Direktors im Kultusministerium Eugen Meyer aus der Taufe gehoben. Sie wurde beauftragt, die Geschichte des Saarlandes und seiner Nachbarregionen wissen¬ schaftlich zu erforschen und die Ergebnisse ihrer Untersuchungen zu veröffentlichen. In den 60 Jahren ihres Bestehens konnte die Kommission viele renommierte Wis¬ senschaftler gewinnen, die den Gründungsauftrag auf eindrucksvolle Weise um¬ setzten. Historiker und Kunsthistoriker, Sprachwissenschaftler und Genealogen, Wirtschaftswissenschaftler und Juristen haben zahlreiche Publikationen vorgelegt, die sich im Rahmen der Landes- und Regionalgeschichte mit Aspekten der Verfas- sungs- und Kirchenhistorie, der Migrations- und Parteienforschung, der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und vielen anderen geschichtlichen Themen beschäfti¬ gen. Mit diesen Publikationen hat die Kommission nicht nur ihren Auftrag mit großem Engagement erfüllt. Sie hat vor allem auch dazu beigetragen, die saarländische Geschichte in ihren unterschiedlichsten Facetten nachhaltig in un¬ serem kollektiven Gedächtnis zu verankern. ^ ■ Das Saarland hat in den vergangenen Jahrhunderten eine äußerst wechselvolle Ge¬ schichte erlebt. Seit der Französischen Revolution musste das Land nicht weniger als sechs Mal seine staatliche Zugehörigkeit wechseln. Dieser beständige Wechsel hat die Menschen an der Saar tief geprägt. Erst mit der Rückgliederung von 1957 wurde das Saarland als elftes Bundesland zum damals jüngsten Mitglied im födera¬ len Verband der Bundesrepublik Deutschland. Den historischen Prozess, der nach einem langen Sonderweg zur Bildung eines eigenständigen Bundeslandes führte, hat die Kommission mit wissenschaftlichen Beiträgen aktiv begleitet. Zu Beginn der Kommissionsarbeit setzten sich die Autoren häufig mit der Entwicklung des Saarlandes vom Mittelalter bis hin zur Saarabstimmung von 1955 und der Einglie¬ derung von 1957 auseinander. Diese Monographien, Aufsätze und Essays schufen lebendige Erinnerung, stärkten das Selbstbewusstsein der Saarländerinnen und Saarländer und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Identitätsbildung des Landes. 7