sagt, an den Kämpfen nicht teilgenommen. Maximilian belehnte bald nach Abschluss des Feldzuges seinen Statthalter Claudius von Neufchätel mit einem Teil der Rodema- cher’schen Güter.138 Der Narratio der schon erwähnten Urkunde Maximilians vom 15. November 1492 ist zu entnehmen, dass Gerhard nach der Einnahme seiner Burgen sich eine Zeitlang in ,Frankreich4 aufgehalten hat, wo ihn sein Enkel J unggraf Bernhard von Mörs und dessen anderer Großvater Graf Vinzens von Mörs aufsuchten.13' Durch ein Abkommen vom 2. März 1484 sicherte er sich seinen Lebensunterhalt, in¬ dem er Claudius von Neufchätel seine Herrschaften und Burgen Montmedy, Saint Mart und Esch an der Alzette gegen eine lebenslängliche Rente abtrat.1'1" Es ist nicht ersichtlich, ob Gerhard bis zu diesem Zeitpunkt tatsächlich noch im Besitz dieser Burgen und Herr¬ schaften war oder ob er Claudius von Neufchätel nur seine Ansprüche darauf gegen die genannte Abfindung überließ. Im Frühjahr 1486 übertrug er seinen Enkelkindern, dem Junggrafen Bernhard von Mörs und dessen Schwester Margarethe, seine Rechte an den Burgen Rodemachern, Ri- chemont, Neuerburg und Cronenburg unter Bezugnahme auf den Heiratsvertrag zwi¬ schen seiner Tochter Elisabeth und Junggraf Friedrich von Mörs vom 22. Februar 1463 und erklärte sein Einverständnis zu dem Vertrag des Claudius von Neufchätel mit seinem Enkel Graf Bernhard von Mörs wegen der Herrschaften Rodemachern, Richemont und Hesperingen.1''1 In den betreffenden Urkunden werden die Ausstellungsorte nicht genannt, sodass unklar bleibt, wo sich Gerhard in seinen letzten Lebensjahren aufgehalten hat. Für Fridolin Weber-Krebs ist das Erlöschen der Familie Rodemachern im Mannes¬ stamm „eines der spektakulärsten Kapitel der luxemburgischen Adelsgeschichte.“1''“ Gerhard von Rodemachern war gewiss eine der agilsten Persönlichkeiten in der luxem¬ burgischen Ritterschaft zu Zeiten des Überganges des Herzogtumes an Burgund und Habsburg. Doch sollte man ihn nicht überbewerten. Weder seine ständische Qualität noch seine faktische Macht erlaubten ihm, den Gang der Ereignisse zu bestimmen. Er war nicht Reichsstand, also auch kein Landesherr, sondern Mitglied der luxemburgischen Landstände, wenn auch ein zeitweise sehr einflussreiches. Leitlinie seines Verhaltens war die Ablehnung der Einbeziehung des Herzogtums Luxemburg in die burgundische Län¬ dermasse. Daher wird Weber-Krebs ihm nicht gerecht, wenn er vom häufigen Wechsel der Fronten spricht.1'13 Gerhard stand auf der Seite der ,Erbherren4 und deren Verbünde¬ ten, nämlich der französischen Könige Karl VIF und Ludwig XL, und damit gegen Bur- 158 Belehnungsurkunde vom 8. Januar 1483 Bruxelles, muss aber wohl Annuntiationsstil sein, LHA Kob¬ lenz Best. 54 Neuerburg. 159 „se sont tacitement tirez en France et ensuivant le mauvais trayn et vestige du dit feu seigneur de Ro- demach illecque ont secrètement pratiqué par devers le roy de France la délivrance de la personne de Charles d’Egmont alors illecque détenu prisonnier“ (Druck in Pub/. Lux. 35 [1881] S. 337ff. Nr. 656). 160 LHA Koblenz Best. 54 R 149. 161 Keussen: UB Krefeld (wie Anm. 6), Nr. 4010 mit Hinweis auf Original in Berleburg Nr. 1131 (hat ein Kurzregest zu 23. April 1485, Neu: Lifelterritorien [wie Anm. 7], S. 90 hat das Datum 1486, wahrschein¬ lich hat Keussen nicht den Trierer Stil beachtet). 162 Weber-Krebs: Markgrafen (wie Anm. 1), S. 97. 163 Ebd., S. 260. 179