und bitten dich, das du mir gebest, das ich in der gedechtnusse des selben dines lidens enzündet und also inbrünstig werde, das ich har inne erwerbe für dinen pludgcn sweis andehdge traehen, di mir ab waeschen alle min sunde und mich behüten wellest nu und ewenclich vor allem übel.59 Abb. 14: Gebetbuch aus St. Nikolaus in undis in Straßburg: Gebet Chrisd am Ölberg im Beisein der anima. Berlin, Staatsbibliothek — Preußischer Kulturbesitz, Ms. germ. oct. 53, Bl. 2V 4, Die Frau als Auftraggeberin: Literarisches Interesse als Mittel der Statusdefinition Natürlich hat es sich auch im Mittelalter bei Frauen, die Literatur und Kunst förderten, produzierten, rezipierten, konsumierten und nutzten, nicht nur um Klosterfrauen gehan¬ delt, die mit Hilfe des Bildmediums ihren Meditationspraktiken nachgingen, nicht nur um fromme Laien, die sich zur Andacht in ihre illustrierten Gebetbücher versenkten oder um Damen des Hochadels, die Prachtcodices mit heiligen Texten und Miniaturen zum Zwek- ke ständischer Selbststilisierung in Auftrag gaben oder sich schenken ließen. Ihr Interesse richtete sich auch auf profane Texte: Schließlich ist ja schon aus der Frühzeit der deutsch¬ sprachigen Ritterliteratur bekannt, dass es eines riehen küneges harn war, der ihr Gatte, Hein¬ rich der Löwe, die Quelle des deutschen Rolandslieds verdankt. Die Heidelberger Universitätsbibliothek besitzt acht Bilderhandschriften aus dem 15. Jahrhundert’ — neuerdings will man als neunten Codex auch den Ackermann (Cod. Pal. 59 Hoppeier, Guido: „Ein Erbauungs- und Andachtsbuch aus dem Dominikanerinnenkloster Ötenbach in Zürich vom Jahre 1436“, in: Zeitschrift für Schweizerische Kirchengeschichte 18 (1924) S. 210-216, hier S. 214. Siehe dazu Hamburger: Nuns (wie Anm. 50), S. 92f. 60 Cod. Pal. germ. 16-18 (dreibändige Bibel), Cod. Pal. germ. 67 (Sigenot), Cod. Pal. germ. 142 (Pontus und Si- donia), Cod. Pal. germ. 152 (Elisabeth von Nassau-Saarbrücken: Herpin), Cod. Pal. germ. 345 (Hohengrin 42