Neustrukturierung dieses Siedlungsraumes ab, die vermutlich nötig war, weil die Flur von Münster am stärksten von der verheerenden Wirkung des er¬ wähnten Bergsturzes und des dadurch bedingten Inn-Hochwassers betroffen war. Die zurückgelassenen Schlamm- und Schotterschichten hatten das Wirt¬ schaftsland für mehrere Jahrhunderte wertlos gemacht. Bezeichnend erscheint der Hinweis auf Schafzucht im Namen des Weilers Asten, der so verstanden werden kann, dass dieser Teil der Flur zum Zeitpunkt der Neuorganisation noch immer nicht zu mehr als zur Schafweide taugte. Nach Ausweis des Flur¬ namens Tegerfeld zu ahd. *tegar ,groß‘ muss die Wiederaufnahme der Bewirtschaftung spätestens bis zum frühen 8. Jahrhundert erfolgt sein. Während es unter diesen Umständen nicht verwundert, dass in der unmittelba¬ ren Flur von Münster keine vordeutschen Flurnamen erhalten sind, finden sich diese im Randbereich bei Wiesing. Bradl wurde schon genannt, dazu gesellt sich Blell zu roman. plagiu- ,Böschung, Hang1 mit Diminutivsuffix -ellu und Profeld, das ebenfalls roman. pratu- enthält.6 Hier könnte die Neuorganisa¬ tion um Münster tatsächlich noch einen funktionellen Anschluss an die römi¬ sche Straßenstation besessen haben. Abb. 8: Frühmittelalterliche Raumorganisation Beispiel 2: Die Villikation um Münster Hanns: Wiesing, Grundzüge seiner mittelalterlichen Geschichte“, in: Studien zur Namenkunde und Sprachgeographie. Festschrift fiir Karl Finsterwalder zum 70. Geburtstag (Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft 16), Innsbruck 1971, S. 173-201, hier S. 200f. 67 Ölberg: „Zu den ältesten Namen in Wiesing“ (wie Anm. 66), S. 200. 502