worts des Siedlungsnamens Schlammersdorf (abgegangen bei Rattelsdorf, Lkr. Bamberg), 12, Jh. 1. H. Slagamaresdorf mit dem althochdeutschen Per¬ sonennamen *Slagamär. Der Ersatz eines slavischen Personennamens *Slavomirt> (-mérb) durch diesen deutschen Personennamen kann m. E. nicht mehr als „weniger wahrscheinlich“26 28 eingestuft werden. Im Gegenteil - es lassen sich neben der häufigen Substitution slavischer Personennamenglieder durch deutsche drei weitere Argumente anführen, die für den Ansatz des ge¬ nannten slavischen Personennamens sprechen: (1) Ein zu ahd. slag ,Schlag1 zu stellender Personennamenstamm lässt sich nicht sicher nachweisen.2/ (2) Slav. *Slavomiru ist sehr gut bezeugt^ und in mehreren Siedlungsnamen ent¬ halten, so z.B. in dem in Holstein zweimal begegnenden Schlamersdorf, 12. Jh. E. cum Zlameresthorpe bzw. 1262 Slamerstorp.29 (3) Der Siedlungsname Schlammersdorf kommt in Nordbayern noch zweimal vor (Lkr. Forchheim: 1285-87 [zu nach 1188] Slagemarsdorf, Lkr. Neustadt a. d. Waldnaab: 1309 Slamerstorf). Alle drei Orte dieses Namens liegen innerhalb des slavisch- deutschen Kontaktgebiets. - Vor diesem Hintergrund sollte man bei den als Slagamaresdorf bzw. Slagemarsdorf überlieferten Siedlungsnamen eher von *Slavomirb mit Ersatz von -mire, durch dt. -mär und Anlehnung von *slav- an ahd. slag ausgehen, als einen genuin althochdeutschen Personennamen *Sla- gamär anzunehmen. 3.5. Slav. Personennamenzweitglied {-mysh.} Das Zweitglied *-myslb dürfte im Bairischen und im Ostfränkischen generell durch Einschub des Sprossvokals i zu -müjil o.ä. umgestaltet worden sein. Dies ergibt sich aus den ältesten Erwähnungen der einschlägigen Siedlungs¬ namen in Nordbayern, vgl. um 1135 (Kopie um 1170) Kozmuzelingen (> Kothmaißling\ siehe Abschnitt 2.2.), 1137 Tragamuzil (zum PN *Dragomysh o.ä., > Trainmeusel, Lkr. Forchheim),30 1 156 Cotemuzelesdorf (zum PN *Chotémyslb, > Kätsch, Lkr, Bamberg), zu um 1180-1190 (Verzeichnis 13. Jh. 1. D.) Pomüzilsriede (zum PN *Pomyslb, > Böhmersried, Lkr. Regen) und 12. Jh. Godemüzelstorf (zum PN *Godomysh, > Gottmannsdorf Lkr. Ans¬ bach).31 Auch der im frühen 11. Jahrhundert nach älterer Vorlage überlieferte Personenname Dragamuzil, der im Zusammenhang mit einer Mühle im Gebiet Aus einem Siedlungsnamen erschlossen ist der PN *Slago bzw. *SlegiIo (vgl. Kauf¬ mann 1968, S. 318). 28 Vgl. Schlimpert 1978, S. 127f. ~l) Laur 1992, S. 574; vgl. Trautmann 1950, S. 140. 30 Vgl. Fastnacht 2000, S. 303. 31 Vgl, Schwarz 1960, S. 217. 343