Auslaut größtenteils unverschobenen Formen reichen bis in den germanopho- nen Teil des Départements Moselle: Rodemack (Cattenom): a. 1613(17. Jahr¬ hundert) bey dem Kampburg; Réchicourt-le-Château: 1618 am Kampfberg; Ottonville (Boulay-Moselle): a. 1694 auff Kampicheler Hub, die Hub Kampichele; Guénange (Metzervisse) a. 1695 frz. (sur) Campebergh, eu Campwis. Jenseits der alten Sprachgrenze lautet das Appellativum champ /sà/.81 82 Nach Ausweis der saarländischen und lothringischen Flurnamen wurde lat. campus in der Bedeutung .Feld' vor der galloromanischen Assibilierung von /k/ + a > Ici rezipiert. Die geographische Verbreitung der übrigen kontinentalen Fortsetzungen von campus und ihre semantische Entwicklung lassen erkennen, dass das la¬ teinische Wort in der auch für die romanischen Einzelsprachen maßgeblichen Bedeutung .Feld' noch in römischer, das heißt vorfränkischer Zeit als Fachwort der Soldatensprache entlehnt wurde/' Die vergleichende Analyse der nieder¬ ländischen Benennungen von Feld und Acker ergab, dass fläm. kouter (< anl. kolter), nl. akker und mnl. esc(h) ,Allmende1 (vgl. ahd. ezzisc ,Saatfeld1) die eingefriedeten Ackergebiete der ältesten Siedlungen bezeichneten, veld und kamp dagegen das unbebaute Land. Wurde dieses dann in der Ausbauzeit des 11. und 12. Jahrhunderts als Acker- oder Weideland genutzt, behielt es seinen Namen, so dass kamp nun die Bedeutung ,omheind stuk grond’ annahm. Die Bezeichnungslücke füllen unter anderem mnl. heide, woestine (anfrk. woustin(n)a) oder wie in Brabant, Flandern und Limburg driesc .Brachland1 (< anl. thriusca). Die gleiche Entwicklung vollzieht sich im Rheinischen und - wenngleich früher - auch im angelsächsischen England. Wenn as. kamp* (vgl. kirse-kamp .Kirschenfeld1)83, afr., mnl., mnd. kamp und die alten (nieder- rheinischen Äc/wp-Namen auf früher Entlehnung von spätlat. campus beruhen, gehört auch ae. *camp .Feld' zur Schicht der kontinentalen Lehnwörter. Es ist etymologisch identisch mit dem homonymen Appellativum camp ~~ comp .Kampf und seinen kontinentalen Entsprechungen ahd. kämpf as. kamp* (vgl. kamp-stad ,Kampfstätte‘)84 85, afr. kamp ~ komp, mnd., mnl. kamp, awn. kapp. Elmar Seebold, der die altsächsischen und altfriesischen Vertretungen verschweigt, setzt als germanische Ausgangsbedeutung ,Zweikampf an,83 weil Zweikämpfe in einem abgesteckten Feld durchgeführt wurden, übersieht dabei 81 Vgl. FEW, Bd. 2.1, S. 156. 82 Vgl. zum Folgenden Frings 1966, S. 168f., Müller und Frings 1968, S. 147f., jeweils mit Karte 20, Post 1982, S. 114, sowie zum Zeitpunkt der Entlehnung Weijnen 1967, S. 403, und Weijnen 1996, S. 85b. 83 Gallée 1903, S. 175. 84 Althochdeutsches Wörterbuch, Bd. 5, S. 26. 85 Kluge/Seebold 2002, S. 464a. Richtig jetzt Philippa, Debrabandere en Quak 2003-2005, Bd. 2, S. 616f. 278