Dispositio von S 401, bei den Einheimischen heiße der in Rede stehende Ort cet Austern, lässt sich die Verbindung mit Augusta allenfalls unter der Annahme aufrechterhalten, ae. Austa, -e sei ein jüngerer gelehrter lateinischer oder latinisierter Name, wofür a. c 1105 Augusta sprechen könnte. Das Benen¬ nungsmotiv liegt freilich im Dunkeln. 3.3. Catterick Allem Anschein nach keltischen Ursprungs < brit. *catu ,Kampf + *rätis .Wall, Feste4 ist dagegen Catterick YNR. Die ptolemäische Form Karoup(p)aKTÖviov bewahrt zwar das keltische Determinans, steht im Übrigen aber schon unter dem Einfluss von gr. KarapaKia ,Katarakt4. Der Lok. Cataractoni des Itinerarium Antonini erweckt wie später Bedas Akk. Cata¬ ractam, Abi. Cataractone den Eindruck eines mit dem griechischen Lehnwort cataracta gebildeten lateinischen Namens, der auch in akymr. Catraeth weiterlebt." ' Auf der Vorstufe urkymr. *Catraxt beruht ae. Cetreht der merzi- schen Beda-Übersetzung nach Manuskript Bodleian, Tanner 10 (a. c910-930) mit /e/ für nhb. /ae/. Die nordhumbrische Form *Ccetreht, spätnhb. *Ccetriht bildet ihrerseits (wohl mit Suffixwechsel) die Grundlage für a. 1086 Catrice, me. C- ~ Katerik23 24. Die Reinterpretation des keltischen Namens eines römi¬ schen Kastells und der daraus entstandenen Siedlung resultiert offenbar aus der Identifizierung mit den Stromschnelten der Swale bei Richmond. Der älteren Auffassung, wonach der Fluss ursprünglich einen mit Hilfe des Suffixes -ono- aus dem Lehnwort *cataraxtä abgeleiteten keltischen Namen führte, der dann auf Catterick übertragen worden sei,2' widerrät entschieden die Tatsache, dass eine derartige Hybridbildung unter den keltischen Hydronymen Englands ohne Beispiel ist. 3.4. Firle Ebenso wenig wie die alte Deutung von Catterick überzeugt Richard Coates’ spekulative Herleitung von Firle Sx, a. 772-787 (14. Jahrhundert) Firolalandes S 1183, a. 1086 Ferle(s), me. Ferle(s) ~ Firle(s), aus lat.ferälia ,uncultivated land’26. Das supponierte Etymon ist nur als Adjektiv feralis mit der Bedeutung ,wild‘ belegt und lebt in der Romania nirgends weiter. Ein substantivierter Nom. PI. n .ferälia, der zudem aus der Verbindung mit locus m., PL loca (neben loci) abstrahiert worden sein soll, existiert nicht. Über brit. *FerQl sei daraus 23 CDEPN, 120b, mit zum Teil korrekturbedürftigen Angaben und weiterer Literatur. Zum keltischen Grundwort vgl. Delamarre 2003, S. 254. 24 Förster 1941, S. 118, Fußn. 4 auf S. 119f. 25 So noch Gelling 1988, S. 33, 35, und Cameron 1996, S. 34. 26 Coates 2000, S. 44-53; vgl. PNSx, Bd. 2, S. 359f„ 416. 266