Nicht behandelt hat Albrecht Greule den Orisbach, die Lüssel und die Lützel. Der Orisbach entspringt bei Büren SO und mündet bei Liestal in die Frenke. Wir führen den Namen auf vorgerm. *Orusa < (idg. *er-/*or- ,in Bewegung setzen4) zurück, vgl. Aare.1' Die Lüssel hat ihre Quelle im Pass- wanggebiet und wird in Brislach von der Birs aufgenommen. Aufgrund zweier Belege Lüchse!u postulierten wir an der Tagung in Pisa eine idg. Wurzel *l(e/o)uk- ,leuchten, licht4,1" also ,die Lauter4 oder ,der Lauterbach4.* 16 Die rein deutsche Lützel an der schweizerisch-französischen Grenze hin¬ gegen, hat ihren ursprünglichen Namen an einen Ortsnamen verloren. Unweit ihrer Mündung in die Birs liegt auf einer Anhöhe das Dorf Röschem,17 19 von dessen Namen schon Bruno Boesch erwogen hat, dass seine Endung „nach einem -an/ia-Flussnamen aussieht, der sich hier dann nur auf die Lützel be¬ ziehen könnte“.1 s Zugrunde liegt das vorrömische Alpenwort *rosa ,Glet¬ scher, Wildbach, Rinne, Erdrutsch4 19 in verschiedenen Toponymen Kärntens, Südtirols, Nordbrabants, des Saarlandes und Nordbayerns. *rosa ist verwandt sei. Akten des namenkundlichen Symposiums auf dem Weißenstein bei Solothurn vom 21.-23.09.1995, Solothum 1996, S. 117-126, hier S. 117. 13 Kully, Rolf Max: Die Namenwelt der Gemeinde Nuglar-Sankt Pantaleon im Solo- thurner Jura (Solothumisches Orts- und Flurnamenbuch, Beiheft 2,1), Solothurn 1999, S. 37f. 14 1418: fupradict(o) molendino in villa BiiJJerach [...] Super fluuio [...] lüchfel: SOStA, Urk. 1418.05.13.; 1540: ij Rütenn binden am Hoff [...] ftoffen über die Lühfel an die anwannd; BLStA, Ber. 398, 87r. Vgl. Pokomy, Julius: Indogermanisches Etymologisches Wörterbuch, Bern 1959, S. 687-690. 16 Albrecht Greule gibt brieflich zu bedenken: ,füssel steht wegen der Belege Lüchsel im Verdacht germanischer Herkunft, < *Luhsila oder *Luhsina. O. Bandle (RGA Bd. 9, S. 158) verbindet den altnorw. Flussnamen Lysir m. als ,der Helle4 mit Ijöss (<*leuhsa-). Von germ. *leuhsa- sind mehrere Gewässernamen mit -«-Suffix abge¬ leitet.44 1 Röschenz liegt auf einem Plateau, das zur Lützel in steilen Felsen abfällt, an einer Stelle jedoch in einem sanften Hang hinunterleitet. Die Dorfkirche ist in der Luft¬ linie lediglich 350m vom Bach entfernt. Angesichts dieser kurzen Distanz scheint eine Übertragung des Gewässernamens auf die Ortschaft nicht abwegig. Is In der Folge neigt er jedoch der Auffassung zu, es handle sich in der Endung des Ortsnamens wohl eher um eine Umbildung aus -äcum, obschon „für eine analo¬ gische Umbildung von -ach auf -enz ein nahegelegenes Vorbild44 fehle. Vgl. Boesch: Kleine Schriften (wie Anm. 3), S. 400f. 19 Schorta, Andrea / von Planta, Robert (Hg.): Rätisches Namenbuch, Bd. 2: Etymolo¬ gien (Romanica Helvetica 63), Bern 1964, S. 286; Kühebacher, Egon: Die Orts¬ namen Südtirols und ihre Geschichte, Bd. 3: Die Namen der Gebirgszüge, Gipfel¬ gruppen und Einzelgipfel Südtirols. Gesamtregister, Bozen 2000, S. 239. 134