desarchiv benutzt werden. Seit der Neukonstituierung als "e.V,"206 208 war die Position der Kommission gegenüber den Archiven im Saarland schwächer, so dass "die pflegerische Betreuung des nichtstaatlichen Archivguts" seit einer Satzungsänderung von 1973 nicht mehr zu den Kommissionsaufgaben gehörte, während sich nunmehr das Landesarchiv dieser Aufgaben annimmt; die ver¬ waltungsrechtliche Grundlage hierfür bestand schon seit Ende 1960.2,1 Die Saarländische Bibliographie erschien seit 1964 für die Berichtszeit seit 1961 in 2-Jahre-Bänden als Arbeit aus der Saarbrücker Universitätsbibliothek in der Veröffentlichungsreihe der Kommission. Nach Band 15 (1992) für 1989/90 wurde auch diese Aufgabe vollständig dort angesiedelt, wo sie erledigt wird: Auch den Vertrieb übernimmt die nunmehrige Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek. Damit entschwand Ziel Nr. 3. Bleibt nur noch Ziel Nr. 4, die von Eugen Meyer so genannten Quellenver¬ öffentlichungen im engeren Sinne? Die Bilanz hierzu sieht nicht besonders glänzend aus; denn obwohl die inzwischen rund 50-bändige Reihe der "Ver¬ öffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung" seit 1957 mit einem im Untertitel "Quellen" genannten Band zur "Geschichte der Grafschaft Saarwerden bis zum Jahre 1527" eröffnet worden ist, sind Editionen im eigentlichen Sinne des Worts selten geblieben.211* Gleich¬ wohl lässt gerade die Schriftenreihe erkennen, dass die Kommissionstätigkeit auch ohne Verwirklichung von vielen ihrer Gründungsziele eine segensreiche gewesen ist. Das Spektrum reicht von der "monastischen Schriftkultur der Saargegend im Mittelalter"209 bis zu "Sozialpolitik und Gewerkschaften im Saarland 1945 bis 1955",210 von "Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim"211 bis zum "Péage lorrain de Sierck-sur-Moselle": ein Titel, der schon unter den wenigen Editionen anzumerken gewesen ist, weiters vom zweisprachigen Band über "Die alte Diözese Metz / L'ancien diocèse de Metz"212 bis zum viersprachigen über "Language Policy in Border Régions".213 Neben der Schriftenreihe, aber zum guten Teil auch für sie, haben sich Mit¬ gliederversammlung und Vorstand als deliberative Gremien entpuppt, in denen 206 Ebd„ S. 9 und 12. 207 Ebd., S. 10 und 32f; "Erlass über die Aufgaben des Landesarchivs des Saarlandes und die Aktenaussonderung " vom 20.12.1960, § I Absatz 3, veröffentlicht im Amtsblatt des Saar¬ landes 1961, Nr. 1 vom 6.1.1961, S. 1: Freundlicher Hinweis von Hans-Walter Herrmann. 208 Man denkt am ehesten an Bd. 9: Epitaphienbuch von Henrich Dors, ed. von Marie-Luise Hauck u. Wolfgang Läufer. Saarbrücken 1983 [286 S. + genealogische Falttaf.]; aber auch an 30: Jean-Marie Yante, Le péage lorrain de Sierck-sur-Moselle 1424-1549. Analyse et édition des comptes. Saarbrücken 1996 [371 S.]. 209 Bd. 20 ( 1991) von Stefan Flesch [239 S.]. 210 So der Untertitel von Bd. 8 = Hans-Christian Herrmann, Sozialer Besitzstand und ge¬ scheiterte Sozialpartnerschaft. Saarbrücken 1996 [584 S.]. 211 Bd, 31 von Frank Legi (1998) [699 S.]. 2,2 Bd. 19, hrsg. von Hans-Walter Herrmann (1993) [320 S.]. 213 Bd. 29, hrsg. von Roland Marti: Sprachenpolitik in Grenzregionen (1996) [415 S.]. 55