erscheinen: Neben dem Gründungsinitiatoren Eugen Meyer (Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfswissenschaften) und seinem mediävistischen Fachkollegen Walter Mohr lehrten damals auch der Althistoriker Jacques Moreau und der Neuzeitler Jean-Baptiste Duroselle an der Universität Saarbrücken. Diesem Spektrum steht die Regierungsverordnung vom 7. Juni 1951 auf den ersten Blick diametral gegenüber: Hier war die Mitgliedschaft in der Kommission für die "wissenschaftlichen [!] Forscher auf dem Gebiet der saarländischen Lan¬ desgeschichte und Volkskunde" reklamiert und auch die Mitglieder-Ergänzung "aus dem gleichen Personenkreis" erwartet worden.200 Wagt man eine harmonisie¬ rende Deutung, so könnte sich Folgendes ergeben: Die 25 Persönlichkeiten, die bis Anfang März 1952 ernannt waren, standen nur in arg mechanischem Rück¬ blick für knapp 20 Fächer oder Disziplinen - schon bei jeweils getrennter Zäh¬ lung von Alter, Mittlerer und Neuer [!] Geschichte. "Saarländische Landes¬ geschichte" samt Untergliederungen wurde zwar etikettengemäß von nur vier Mitgliedern repräsentiert; aber sie wären zu ergänzen um je eine Persönlichkeit für Saarländische bzw. Pfälzische Kirchengeschichte, ja, schließlich auch um Genealogie, Heraldik. Numismatik und Historische Hilfswissenschaften schlecht¬ hin mit regionaler Ausrichtung, ganz zu schweigen von Mundartforschung, Statistik und Wirtschaftsgeschichte. Auch auf diesem Weg könnte die Metho¬ denvielfalt und die Fähigkeit zur Fächerkombination der deutschsprachigen landesgeschichtlichen Tradition erkennbar werden. Ordnet man diesen Überlegungen nun einzelne Mitglieder zu, so ergibt sich fol¬ gendes Bild: Saarländische und benachbarte Landesgeschichte unter Einfluss der Kirchen¬ geschichte oder doch Themen mit gleichsam "heimatlichem" Bezug bis hinein in die Ortsgeschichte bearbeiteten Pfarrer Karl Fischer, Bundesbahn-Amtmann Kurt Hoppstädter, Dr. Anton Jacob, Dr. Josef Keller, Studienrat Heinrich Kuhn, Dr. rer. pol. Walter Lauer, Pfarrer Karl Rüg, Lehrer Karl Schwingel und Pfarrvikar Professor Hilarius Willscheid. Auch Gustav Braun von Stumm mochte mit seinem hilfswissenschaftlichen Interesse hier angesiedelt werden, Studienrat Alois Lehnert mit seiner Dialektekenntnis. Auch die Kunsthistoriker Rudolf Bornschein und Studienrat Walter Hannig mochten regionale Bezüge sehen. Ähnliches gilt für die Bibliothekare Dr. phil. Helmut Hör und Alfred Schmid¬ bauer sowie für den Statistiker Professor Dr. Adolf Blind. Kaum auf saarländische Bezüge festzulegen waren der Rechtshistoriker Professor Guillaume Cardascia (später Caen), der Geograph Professor Dr. Laurent Champier und der Germanist Josef Quint, alle jedoch an der Universität Saarbrücken. Doch die vielleicht gar etwas künstliche Zuordnung zu Fächern darf nicht überdecken, dass neben dem Regierungsvertreter Oberregierungsrat Dr. phil. Hans Groh und dem Geschäftsführer Landeskonservator Dr. Josef Keller gezielt 200 Amtsblatt des Saarlandes 1951, S. 831, § 1, Sätze 1 bzw. 3. 52