Cristen glauben und leben ... und ist gedichtet... von einem prediger genant broder dederich von delff (= Berleburg, RT 2/2, vormals Litr. A. 170, um 1460)9; 8) das ‘Buch von den 24 Alten’ des in Basel wirkenden Franziskaners Otto von Passau (um 1383), im Elsaß früh verbreitet, einer christlichen Lebenslehre auf der Grund¬ lage von Sentenzen weltlicher und kirchlicher Autoritäten (= Hamburg in scrinio 9 ?)10; 9) eine Vita der hl. Katharina von Siena11; 10) ein Leben der hl. Agnes12; 9 Schenk zu Schweinsberg (wie Anm. 1), S. 132f. Auf Bl. 258v findet sich das Wappen der Margarethe von Rodemachern. Der Berleburger Band enthält auch die ,Practica4 des Aristoteles, den ,Sachsenspiegel4 und einige Kapitel über das Lehnsrecht. "Eine wiederholt eingestempelte Schildpunze mit 3 Kleeblatt- Kreuzen erinnert so stark an den Schildbelag des Saarbrückener Wappens, daß ich ihn als Zeichen eines dortigen Buchbinders nehme". Vgl. ferner Hans-Walter Stork in diesem Band, S. 602f. Auch Wirich VI. von Daun-Oberstein, der in engen Beziehungen zum literarischen Kreis um die Pfalzgräfin Mechthild von Rottenburg stand, von Püterich von Reichartshausen 1462 in seinem ,Ehrenbrief erwähnt wird und als Vermitder mittelniederländischer und altfranzösischer Literatur an den Heidelberger Hof gelten darf, besaß auch ein um 1475 geschriebenes ,Boich vain dem kristen gelaufe ind leven4, eine westmoselfränki¬ sche Bearbeitung des Werks des Dietrich von Delft (Cod. Darmstadt 2667). Vgl. Beckers, Hartmut: „<Der püecher haubet, die von der Tafelrunde wunder sagen>. Wirich vom Stein und die Verbreitung des Prosa-Lancelot im 15. Jh.44, in: Wolfram-Studien 9 (1986), S. 17-45. 10 Schenk zu Schweinsberg (wie Anm. 1), S. 134. Vgl. Schmidt, Wieland: Die vierundepvansfg Alten Ottos von Passau (= Palaestra 212), 1938, Neudruck 1967, S. 72ff, 194ff; Schnyder, André: „Otto von Passau44, in: Die deutsche Uteratur des Mittelalters. Verfasserlexikon, Bd. VII (1987), Sp. 229-234; Ott, Norbert H.: Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters, Bd. 1, München 1991, S. 126ff., 164ff., 209f. Hamburg, Staats- und Universitätsbibliothek, Cod. 9 in scrinio enthält den Text. Vgl. Münzel (wie Anm. 5), S. 22 Nr. 97. Die Hs. stammt zwar wie die Elisabeth-Hss. aus dem Besitz Uffenbachs, jedoch erhielt sie dieser aus dem Besitz seines Kölner Freundes J.G. Meuschen. Im Elsaß zwischen 1410 und 1420 ge¬ schrieben, muß sie freilich um 1443/45 in südrheinfränkischem Gebiet gewesen sein, wo sie zur Vorla¬ ge von Cod. Trier Stadtbibi. 1119/1330 aus Kloster Eberhardsklausen wurde. Vgl. Hoffmann, Walter: „Einige Anmerkungen zur wiederaufgefundenen Otto von Passau-Handschrift aus Trier“, in: Klaus J. Mattheier u.a. (Hgg.): Vielfalt des Deutschen. Festschrift für Werner Besch, Frankfurt a.M. 1993, S. 225-240; Bu¬ shey (wie Anm. 3), S. 168f.; Hans-Walter Stork, in diesem Band, S. 601. 11 Schenk zu Schweinsberg (wie Anm. 1), S. 134. Vgl. zu den deutschen Übersetzungen der Vita der Katha¬ rina von Siena, vornehmlich im Dominikanerinnenmilieu verbreitet, Williams-Krapp, Werner: „Raimund von Capua“, in: Die deutsche Uteratur des Mittelalters. Verfasserlexikon, Bd. VII (1989), Sp. 982-986. Dort findet sich auch der Hinweis auf eine frühe moselfrk. Übersetzung (vor 1415), die in Trier (Bibi, des Priesterseminars, cod. 95) aufbewahrt ist. Die Handschrift der Margarethe war dem Augustinerinnen- kloster St. Agnes zu Trier überlassen worden, wo eine Tochter Margarethes lebte. Von dort sollte es de(n) gram(n) susteren hinder den prediger („den [nach der 3. Regel des hl. Franziskus lebenden] grauen Schwestern hinter den Dominikanern“) weitergegeben werden. Vgl. zu beiden Konventen Lager, j. Ch.: Die Kirchen und klösterlichen Genossenschaften Triers vor der Säkularisation, Trier [1920], S. 125ff; 155f. Ein Zentrum der Verehrung der Katharina von Siena war offensichtlich auch Metz und sein Stadtadel. Vgl. die Zusam¬ menstellung der Zeugnisse bei Haubrichs, Wolfgang: „Das Bibliotheksverzeichnis eines Metzer Patriziers aus dem 16. Jh. als Zeugnis doppelter Kulturkompetenz44, in: Roland Marti (Hg.): Gren^kultur-Mischkultur, Saarbrücken 2000, S. 49-92, hier S. 74 Anm. 96. 12 Schenk zu Schweinsberg (wie Anm. 1), S. 134. In Frage kommen die antike Märtyrerin Agnes (21. Janu¬ ar), Agnes von Assisi (f 1253), die jüngere Schwester der hl. Clara, und die Franziskanerin Agnes von Böhmen (f 1281), Tochter König Ottokars I. Vgl. Werner Williams-Krapp und Kurt Ruh in: Vfl2. (wie 535