Die Gesellschaftsordnung und die Geschlechterbestimmungen allerdings sind von diesen Differenzierungen nicht berührt. Die unentwegte Wiederholung eines Konfliktpotentials im Bild der Maskerade, verbunden mit Umwertungen im Detail, kennzeichnet vor allem einen Prozeß, der beständig neue Irritationen und Instabilitäten hervorbringt. Die sich wiederholenden Dramatisierungen richten sich dabei zumal auf das Begehren nach Macht und das sexuelle Begehren. Hier liegt in den vier Epen das gefährliche Potential, das es immer wieder aufs Neue zu regulieren und restringieren gilt, aber das darf auch vergnüg¬ lich zu lesen oder zu hören sein. Ingrid Hahn: „Zur Theorie der Personerkenntnis in der deutschen Literatur des 12. bis 14. Jahrhunderts, in: PBB 99 (1977), S. 395-444; Zitat S. 418. 515