Briefen in zugespitzter Situation bedient Elisabeth sich des Druckmittels, andere Instan¬ zen zu nennen, bei denen sie ihn verklagen werde (Undgest du uns des uß, so wollen wirfürsten, graffen, frihen hem, rittem, knechten, sieden und andern allermenlich, so ferre wir mögen, von dir schri- ben, sagen und clagen dun\ 7. Februar 1432 — Nr. 10). Gegenüber ihrem Bruder Anton von Vaudemont verweisen die Selbstnennungen in erster Linie auf eine erbschaftsrechtliche Argumentation, die durch die gegenseitige Verwandt¬ schaft bedingt sein kann, nämlich daß sie nur zum Schutz ihres Witwengutes, des Erbes ihrer Kinder und ihres Landes handele (so mochte mir, mynen kinden unnd unserme lande ver- derplich schade unnd große Verluste unnd enterbnisse davon entstan; das mir nit gebürte, myner kinde erbe unnd mynen nyedem also gcu laeßen\ 26. Januar 1432 — Nr. 6). 4.3. Exemplarische)r Briefvergleich Abschließend werden drei Briefe an Bischof Konrad von Metz in Auszügen ausführlicher zitiert, um einen Briefvergleich im zeitlichen Verlauf zu ermöglichen. So kann im An¬ schluß an die systematische Darstellung von Einzelergebnissen ein Eindruck vermittelt werden, wie sich der Ton und die Handlungsstrategie Elisabeths aufgrund der für sie ne¬ gativen Entwicklung der Situation verändert41. Der erste im Korpus enthaltene Brief an Konrad von Metz vom 15. April 1433 (Nr. 51) zeigt Elisabeth noch in fast ,verschwörerischer’ Gemeinschaft mit dem Bischof, dessen Wohlwollen sie erbittet und auf dessen Hilfe sie hofft: [...] Als ich myne frunde gu gweyen malen gu uwer liebegeschicket han, mit uch gu reden von der Warßberge wegen etc., hant sij mir wo (gesagt, dagjn von uch und von uwem wegen gütlich und fruntlicb geantwert sij, des ich uwer liebe sere daneben, und wo ichs verdienen mochte, dag wold ich gerne dun. Ich han auch von mynen frunden, dieytge gu leste bij uwer liebe gewest sint, verstanden, wolle ich myne frunde gu uch schicken, mit uch gu reden, die mögen uch noch hie tuschen und mome gunacht gu Wich finden. Und abe myne frunde da bynnen nit gu uch körnen, so wollet ir doch nity len, da bette ich myne frunde gerne treffe lieh gu uch geschicket. Nu kan ich is also kuriere nit gedun, wann sij von mynen wegen uß sint und also balde nit wieder körnen mögen, und bieden uch, dag nit gu gu undancken gu ha¬ ben und mir in heymelicheit einen dag echt dage guvor gu verschriben und gu verkündigen, dag man uwer liebe gu Wich finden möge, so wil ich mynen heymelichen frunde etliche gu uch schicken, mit uwer liebe von mynen wegen gu reden von des Grossen Warsberges wegen, und getruwen uwer liebe wol, jr sollet gerne bedencken, wie mit mir mit demselben slosse umbe gangen und gefaren ist und was ernstes und flißes ich alletgit gehabt han, dartgu gu dun und mich und myne kinde, nast dem wir uch gewant sin, des gemessen lassen und uch gütlich und fruntlicb genh uns bewisen, dag wollen wir mit dem und andern unsem slossen und vermögen gerne und willen dich verdienen .[...] 41 Weitere Hinweise zu situationsbedingten Veränderungen im Zeitverlauf, dort bezogen auf die Briefe an Johann von Kerpen und Isabella von Lothringen, hnden sich bei Janich: „Höflichkeit“ (wie Anm. 10). 405