Metz (Nr. 53). Darin teilt sie dem Bischof mit, von den drei Personen, die sie gern zu ihm gesandt hätte, nur einen, nämlich Hans von Rittenhofen, schicken zu können, da die bei¬ den anderen verhindert seien. Weitere Leute, die ihr geeignet erschienen oder denen sie vertrauen konnte, standen ihr anscheinend nicht zur Verfügung. Aus dem gleichen Grun¬ de konnten mitunter auch Briefe nicht sofort umfassend beantwortet werden171. Die Spielräume, die Elisabeth und ihren Ratgebern zu einer für sie positiven Lösung des Varsberg-Konfliktes zur Verfügung gestanden haben, müssen äußerst begrenzt gewesen sein. Am deutlichsten zeigt sich ihr Dilemma in einem der Briefe an ihren Bruder. Darin appelliert sie an ihn, sich so zu verhalten, wie es einem treuen Bruder gegenüber seiner treuen Schwester und deren kleinen Kindern, die aller ihrer Freunde, von denen er doch der nächste sei, bedürfen, gebühre172. Als Witwe war sie sicherlich in der Lage, die Prob¬ leme im Inneren ihrer Herrschaft mit Unterstützung der Amtleute zu bewältigen. Nach außen aber bedurfte sie der Hilfe ihrer Verwandtschaft sowie der eigenen Lehnsherren, wie sie es bereits in ihrem Witwenbrief an Herzog Karl von Lothringen zum Ausdruck gebracht hatte (Nr. 1). Der Varsberg-Konflikt als ein Austragungsfeld des lothringischen Erbfolgekrieges hat sie in Loyalitätskonflikte gebracht, denen sie nur mit einer strikten Neutralitätspolitik begegnen konnte und wollte. Die einseitige Stellungnahme zugunsten ihres Bruder, von der man bislang bei der Bewertung des Varsberg-Konfliktes immer aus¬ gegangen ist, war für Elisabeth daher weder möglich noch beabsichtigt. Da aber ihre Verwandten, die ihr bei der Wiedererlangung der Burg Groß-Varsberg hätten helfen kön¬ nen, deren Verlust selbst verursacht hatten und im eigenen Interesse an einer für Elisa¬ beth positiven Lösung letztlich nicht interessiert waren, ist es zu einer solchen positiven Lösung auch nicht gekommen. Edition der Briefe Jürgen Herold, Michaela Küper, Christine Maillet UND ANDERE 1429 Juli 6 1 Elisabeth an Karl von Lothringen. Sie teilt ihrem Onkel mit, daß ihr Ehemann (Philipp I., Graf von Nassau-Saarbrücken) gestorben und sie daraufhin mit ihren Kindern am gest¬ rigen Tag nach Saarbrücken gekommen ist. Sie bittet ihren Onkel, ihr Wittum in der Graf¬ schaft Saarbrücken und ihre Morgengabe Burg Morley und die zu Saarbrücken gehörende 171 Siehe Nr. 41 (an René von Anjou) und Nr. 54 (an Konrad von Metz). 172 ... que ont besoing de tous leurs amis dont vous este:i le plus prochain. - Nr. 11 vom 8. Februar 1432. 254