sen, sondern sie schon in der Jugend gehört und gesprochen hat“377. Seiner Meinung kann ich mich nicht anschließen; denn es sind bisher keine Quellen über Kenntnis der deut¬ schen Sprache im Hause Vaudemont bekannt geworden378. Umgekehrt hatte auch ihr Gat¬ te trotz seiner Beziehung zum frankophonen Gebiet nach eigenen Angaben Defizite in der Kenntnis des Französischen379 380. Erst aus der Zeit ihrer Regentschaft liegt wieder eine Nachricht über den Besuch eines Passionsspiel in Metz im Jahre 1437 vor, zusammen mit dem Bischof von Metz, dem Abt von Gorze, ihrem Bruder Anton und plusieurs aultres seigneurs et dämme^ d'Allem aigne™. Be¬ dauerlicherweise nennt der Chronist keine weiteren Namen: gerade die deutschsprachigen Besucher, die demselben soziokulturellen Milieu wie Elisabeth angehört haben dürften, würden interessieren, z.B. Mitglieder der Familie Dhaun-Oberstein. „Geschäftliche“ nicht kulturelle Verbindungen Elisabeths zu Ennichin von Dhaun, Frau zu Rollingen, und zu Else von Dhaun, Witfrau zu Kriechingen, sind bekannt381. Einen kleinen Hinweis über ihre Kontakte zu einem Vertreter der bildenden Kunst ent¬ hält die Bucherbacher Rechnung von 1450. Sie und ihr Sohn wiesen eine Kornlieferung an für den Maler Jost in Saarbrücken, von dem erst in neuerer Zeit einige qualitätvolle Ta¬ felgemälde bekannt geworden sind und der Wandmalereien ausführte in der Karmeliter¬ kirche in Metz, eventuell auch in der Martinskirche in Kölln im Köllertal382. 37~ Rüg (wie Anm. 301), S. 32. 378 Es sind keine deutschsprachigen Urkunden der Grafen von Vaudémont bekannt. Vgl. Herrmann, Hans- Walter: „Volkssprache und Verwaltung in Oberlothringen im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit“, in: Gärtner, Kurt / Holtus, Günter (Hgg.): Beiträge %um Sprachkontakt und yu den Urkundensprachen ^wischen Maas und Rhein (Trierer Historische Forschungen Bd. 29) Trier 1995, S. 129-172. 379 Als in den Streitigkeiten zwischen dem Herzog von Lothringen und der Stadt Metz um Johann von Ha- racourt eine Tagleistung vor Elisabeths Gatten in Saarbrücken vorgesehen wurde, schrieb er im Mai 1422 an Metz:...und byden uch, da% ir uch dar yu richten wollet, day ir umr Sachen dann in dutschen ereilet und verde¬ dinget, wann wir day welsche nit wol virstan und is auch unser frunde nit also enkonnent day wir die sache in welschen vßgerichten mögen (AM Metz A A 25 Nr. 88). 380 Philipp von Vigneulles (wie Anm. 119) S. 245. Bei anderen Spielen nennt er die Zuschauer nicht nament¬ lich: 01.08.1425 Martyrium des Hl. Viktor (ebd., S. 183), 16.-18.06.1435 Aufführung eines Katharinenle¬ bens (ebd. S. 236), 17.09.1437 le jeu de la vangeance Nostre Seigneur Jhe'su Christ {— Spiel von der Zerstörung Jerusalems durch Vespasian und Titus (ebd. S. 246), 01./02.09.1438 Martyrium des Erasmus (ebd. S. 252). 381 Im Jahre 1436 lieh Elisabeth der Else von Dhaun 400 alte rh.fl. und empfing von ihr fünf Jahre später ein Viertel der Burg Püttlingen im Köllertal (LA SB Best. N-Sbr. II Nr. 2268 S. 3-4 u. 5198 fol. 1-6). Ännchen von Dhaun und ihre Schwägerin Ännchen von Castel schreiben 1437 an Elisabeth wegen der in Rollingen gängigen Münze (ebd. Nr. 3101 fol. 11). 382 Jost dem maler von geheiß mynergnedigen frauwen und auch myns gnedigen junghem 2 maider kom (ebd. Nr. 3033 S. 72), Klein, Hanns: „Der Maler Jost von Saarbrücken und die mittelalterlichen Fresken in der Köllner St. Martinskirche“, in: Eder-Stein/Jacoby/Stein/Ulbrich (wie Anm. 182) S. 175-184, hier S. 179, vgl. auch Sterling, Charles: „Jost Haller, Peintre à Strasbourg et à Sarrebruck au milieu du XVe siècle“, in: Bulletin de la Société Schongauer à Colmar 1979/82, Colmar 1983, S. 53-89. 114