Schreiben, wenn auch nur durch Zwischenbescheide259, und überließ dies nicht nur seinen Amtleuten. Ihre Wertschätzung in der Familie äußerte sich in der Zuziehung zu den Ver¬ handlungen zur Vermählung ihrer Nichte Walburga, Tochter ihrer Schwester Margare¬ the260. Für ihr Ansehen bei der Beamten- und Dienerschaft spricht die Nennung vor dem Sohn als regierendem Landesherrn261. Die genannten Fakten berechtigen, ihr eine aktive Mitwirkung bei politischen und administrativen Entscheidungen zuzuerkennen. Gegründet auf eine solche Bewertung muß die Beantwortung der Frage nach ihrem per¬ sönlichen Anteil an der Abfassung der auf ihren Namen titulierten Briefe angegangen werden. Aus ihrer Regierungszeit und den Jahren danach blieb neben einer stattlichen Zahl von Urkunden eine im Vergleich zu anderen rheinischen und lothringischen Territo¬ rien relativ umfängliche Korrespondenz erhalten. Ihre Briefe sind im Anhang aufgelistet. Adressaten sind: Herzog Karl von Lothringen und seine Witwe Margarethe, René von Anjou, seine erste Gattin Isabella und ihre Statthalter in den Herzogtümern Lothringen und Bar, ihr Bruder Anton von Vaudémont, ihre Schwester Margarethe, Frau zu Blämont, Erzbischof Dietrich von Köln, Bischof Konrad von Metz, Bischof Reinhard von Speyer, Elisabeth von Görlitz, Herzogin von Brabant und Luxemburg, Jakob von Sierk, Dompropst zu Würzburg und Utrecht,262 Herzog Stephan von Pfalz-Zweibrücken, Johann und Simon, Grafen von Salm, und Johanna, Gräfin von Salm,263 geantwert, ir mogent in siner schrifft uch davon gedan ml vermercket han oder vermercken, uff weliehe masse und wie er sich des erbotten hat. 259 Am 20.01.1452 an Herzog Stephan von Pfalz-Zweibrücken (LA SB Best. N-Sbr.II Nr. 4629 fol. 18). 260 Margarethe hatte ca.1415 Theobald, Herrn von Blämont, geheiratet, er starb im Laufe des Jahres 1431 an seinen in der Schlacht von Bulgnéville auf Seiten Renés erlittenen Verletzungen. Margarethe selbst starb am 06.04.1469. Die Mitwirkung Elisabeths bei den Verhandlungen um die Vermählung von Margarethes Tochter Walburga mit dem Grafen Jakob von Lützelstein/La Petite-Pierre ergibt sich daraus, daß sie die Urkunde über die Mitgift der Braut mitbesiegelte [Poull (wie Anm. 20), S. 181] und einen Schuldbrief des Herzogs von Lothringen über 450 rh. fl. auf die Salinen in Dieuze zur Sicherung der Mitgift Walbur¬ gas in Verwahrung nahm (LA SB Best. N-Sbr.II Nr. 1551). Mit ihrer Schwester Margarethe ergab sich auch eine Verbindung aus beider Zugehörigkeit zur Ganerbschaft der Burg Steinsei (Niederstinzel bei Finstingen/Fénétrange, Dép. Moselle, Arr. Sarrebourg). Elisabeths Sohn Johann beteiligte sich 1452 an der kurpfälzischen Aktion gegen den Grafen von Lützelstein [Ruppersberg, (wie Anm. 9), S. 215]. 261 Vgl. Anm. 282 u. 394. 262 Das Schreiben richtet sich an ihn als Kanzler Herzog Renés, ohne dies in der Adressatio anzusprechen. Zur Kanzlerschaft vgl. Miller, Ignaz: Jakob von Sierck 1398199 - 1456, Mainz 1983, S. 45-51. 263 1436 schickte Johanna von Rotselaer, Gräfin zu Salm, ihren Kaplan mit einem Brief an Elisabeth betr. den Bastard von Vergy (LA SB Best. N-Sbr.II Nr. 3044 fol. 60). 92