Ist Elisabeth fortan immerhin in Literaturgeschichten durchweg beachtet worden3, so war doch der weiteren Forschung wenig förderlich, daß nur die Hamburger, vom Sohn Jo¬ hann III. (1442-1472) veranlaßte Handschrift des ,Huge Scheppel4 (entstanden ca. 1455/56 oder bald danach) seit 1905 in einer Faksimile-Edidon vorlag4. Daneben erlebte der in der Offizin Grüninger 1500 zu Straßburg veranstaltete Druck des ,Hug Schapler4 seit 1928 mehrere und sich qualitativ stetig verbessernde Neueditionen5. Die in der selben Handschrift überlieferte Übersetzung des Sibillenromans, die Übertragung der Chanson von der ,Reine Sibile‘, wurde immerhin 1977 von Hermann Tiemann modern ediert6. Für den sog. ,Herpin4 8, das Lemnbuch von Burges in Berrye1, die Übertragung der Chanson de ges- te von ,Lion de Bourges4, und den die Thronwirren nach dem Tode Karls des Großen und die Geburt von römisch-deutschem Imperium und französischem Regnum umkrei¬ senden Roman ,Loher und Maller4® muß man immer noch auf die problematischen Über¬ setzungen und Bearbeitungen Karl Simrocks von 1865 und 1868 zurückgreifen. Eine schon 1972 angekündigte Gesamtedidon von Hans Gerd Roloff ist zum Leidwesen der Forschung immer noch nicht erschienen9, jedoch ist es dem Verdienst einer von Helga Lengenfelder betreuten Reihe von Mikrofiche-Edidonen zu verdanken, daß immerhin ein Großteil der handschrifdichen Überlieferung nun in fotogradschen Farbkopien zugäng¬ lich ist10. 3 Vgl. z.B. Heitz, Paul/Ritter, Franz J.: 'Versuch einer Zusammenstellung der Deutschen Volksbücher des 15. und 16. Jhs., Straßburg 1924, S. 73f£, 93£, 218; Günther Müller: Deutsche Dichtung von der Renaissance bis %um Aus¬ gang des Barock, Potsdam 1927, S. 74f£; Vogt, Friedrich / Koch, Max: Geschichte der deutschen Literatur von den ältesten Zeiten bis %ur Gegenwart, 5. Aufl., Leipzig 1934, Bd. 1, S. 228£; Ehrismann, Gustav: Geschichte der deutschen Literatur bis %um Ausgang des Mittelalters, TI. II, 2,2, 1935, Neudruck: München 1966, S. 51 Off. [Lit.]; Rupprich, Hans: Die deutsche Literatur vom späten Mittelalter bis •gum Barock, TL 1, München 1970 (= Geschichte der deutschen Literatur von Helmut de Boor u. Richard Newald IV,1), S. 74f£, 738. 4 Urtel, Hermann (Hg.): Der Huge Scheppel der Gräfin Elisabeth von 'Nassau-Saarbrücken nach der Handschrift der Hamburger Stadtbibliothek, Hamburg 1905. 5 Kindermann, Heinz (Hg.): Volksbücher vom sterbenden Rittertum, Weimar/Leipzig 1928 (= Deutsche Litera¬ tur in Entwicklungsreihen, Reihe Volks- und Schwankbücher 1), S. 23-114; Linn (wie Anm. 1); Jan Dirk Müller (Hg.): Romane des 15. und 16. Jhs. Nach den Erstdrucken mit sämtlichen Holzschnitten, Frankfurt a.M. 1990 (= Bibliothek der Frühen Neuzeit, 1. Abt. Bd. 1), S. 177-381, 1088-1158 [dort auch der Druck von 1537]. 6 Tiemann, Hermann (Hg.): Der Rjoman von der Königin Sibille in drei Prosafassungen des 14. und 15. Jahrhunderts, Hamburg 1977. Eine Übersetzung liegt vor mit: Elisabeth von Lothringen, Gräfin %u Nassau und Saarbrücken: Sibille. Das Buch von König Karl von Franckrich und siner Husfromn Sibillen die umb eins Getwerch willen verjaget wart. Eine freie Übertragung von Yvonne Rech, St. Ingbert 1994. Steinhoff (wie Anm. 1), Sp. 483f. 8 Steinhoff (wie Anm. 1), Sp. 485f. 9 Angekündigt bei Brandis, Tilo: Die Codices in scrinio der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg 1-110, Hamburg 1972 (= Katalog der Handschriften der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Bd. VII), S. 46-48. 10 Bloh, Ute von (Hg.): Historie von Herzog Herpin. Übertragen aus dem Französischen von Elisabeth von Nassau- Saarbrücken. Heidelberg, Universitätsbibliothek, Cod. Pal. Germ. 152. Farbmikrofiche-Edition, München 1990; Müller, Jan Dirk (Hg.): Huge Scheppel/Königin Sibille. Übertragen aus dem Französischen von Elisabeth von Nas- 18