Großregionen, wie etwa dem Rhein-Main-Gebiet, zuzuordnen sind. Auch die Zuge¬ hörigkeit der südlichen Region Lothringen, insbesondere des Departements Vosges, erscheint hier problematisch. Moll spricht in diesem Zusammenhang von „territoria¬ lem Ballast“, den der Saar-Lor-Lux-Raum mit sich herumtrage5. Auch ein Größenvergleich mit anderen europäischen Grenzräumen (Abb. 3) zeigt deutlich, daß alle vier genannten Abgrenzungen ihre Pendants, sowohl in der räumli¬ chen Ausdehnung als auch in der Einwohnerzahl, um ein Mehrfaches überbieten, so beispielsweise die Regio Basiliensis am südlichen Oberrhein oder die Euregio Maas-Rhein im Aachener Grenzdreieck. Auf das „Größenproblem“ aller Saar-Lor- Lux-Defmitionen wird im weiteren noch einzugehen sein. Es wirkt sich auf die Mög¬ lichkeiten wie auf die Motivation zur Kooperation negativ aus, aber nicht zuletzt auch auf die Identifizierung der Bevölkerung mit welchem dieser künstlichen Raum¬ gebilde auch immer. Die Ebenen der Kooperation Wie bereits angedeutet, bestimmen die unterschiedlichen Formen und Maßstabsebe¬ nen der Kooperation das Bild von Saar-Lor-Lux. Ausgehend von einer schematisie¬ renden Darstellung der Ebenen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Euro¬ pa (Abb. 4) sind die vorgenannten Kooperationsformen auf der interregionalen, d.h. der Mesoebene angesiedelt. Wie die Grafik zeigt, kann diese Ebene nicht isoliert be¬ trachtet werden, sondern steht in sehr enger Wechselwirkung mit den übrigen Hand¬ lungsebenen. So nimmt beispielsweise die Europäische Union ebenso wie ihre Mit¬ gliedstaaten maßgeblichen Einfluß auf die rechtlichen und finanziellen Rahmenbe¬ dingungen der Kooperation (s.u.). Ebenfalls auf der Mesoebene zu finden ist die Zusammenarbeit zahlreicher Institutio¬ nen, wie zum Beispiel der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskam¬ mern, einzelner Berufsverbände und Innungen sowie der Gewerkschaften, die mit dem Interregionalen Gewerkschaftsrat (IGR) im Jahre 1976 eine bis dato einmalige Institution gründeten, Vorbild für zahlreiche Nachahmungen in Europa. Jüngstes Beispiel einer institutionalisierten Zusammenarbeit auf regionaler Ebene ist der Saar-Lor-Lux-Gipfel, der im November 1996 zum zweiten Mal die Exekutiven der Teilregionen vereinte und unter anderem die Einrichtung eines „Wirtschafts- und So¬ zialausschusses der Großregion“ beschloß. Neben Fragen des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes widmete er sich auch Problemen der Raumordnung und dem Abbau administrativer Hemmnisse der Kooperation. Bedeutungszuwachs der kommunalen Ebene So wichtig die regionale Ebene der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für den Integrationsprozeß im Saar-Lor-Lux-Raum ist, so begrenzt ist ihre Reichweite, Zwar kann sie, etwa durch die Forcierung größerer Infrastrukturmaßnahmen (Stichwort; TGV Est), die groben Leitlinien der Entwicklung beeinflussen und die Wahmeh- 5 Peter Moll, Kooperation an der EU-Binnengrenze. Das Beispiel des SaarLorLux-Raumes. Rückblick und Perspektiven, in: IÖR-Schriften 9 (1994), S. 71-76g. 159