sehe und slavistische Sprach- und Literaturwissenschaft vertreten sind, ist der sogenannte Saar-Lor-Lux-Raum, der Gebiete in Frankreich, Belgien, Luxem¬ burg und Deutschland umfaßt, doch berücksichtigt er zunehmend auch andere Kontaktgebiete, so den Alpenraum, den deutsch-slavischen und den germa¬ nisch-keltischen Grenzraum. Forschung auf diesen Gebieten ist zwangsläufig interdisziplinär und internatio¬ nal. Deshalb pflegt der Forschungsschwerpunkt - selbst interdisziplinär ange¬ legt - intensiv den Kontakt mit der internationalen Gemeinschaft der auf die¬ sem Gebiet Forschenden. Das augenfälligste Beispiel für diese Bemühungen sind zweifellos Symposien. So wurde 1991 in Saarbrücken vom Forschungs¬ schwerpunkt ein Symposium „Grenzen und Grenzregionen - Frontières et régions frontalières - Borders and Border Regions“ veranstaltet.1 1993 war der Forschungsschwerpunkt maßgeblich an der Warschauer Konferenz „Granice i pogranicza. Jçzyk i historia [Grenze und Grenzregionen. Sprache und Ge¬ schichte]“ beteiligt, welche vom Institut für polnische Sprache des Fachbereichs Polonistik an der Universität Warschau veranstaltet wurde.2 Vom 11. bis 13. Mai 1995 schließlich vereinigte das Symposium „Sprachenpolitik in Grenzre¬ gionen“ Fachleute aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Österreich und Polen in der Grenzstadt Saarbrücken. Die Vorträge dieses Symposiums werden hier veröffentlicht.3 Eine erste Gruppe von Vorträgen behandelte juristische sowie im engeren Sinne historische Fragen. In seinem einführenden Vortrag „Juristische Aspekte der Sprachenpolitik“ befaßte sich Stefan Oeter (Heidelberg) mit der rechtlichen Seite des Themas. Er zeigte dabei, daß die internationale rechtliche Fixierung von Sprachenpolitik im 20. Jahrhundert in zwei Zeitabschnitten besonders in¬ tensiv betrieben wurde, und zwar beide Male im Rahmen des Minderheiten¬ schutzes. Einmal geschah dies im Rahmen der Pariser Vorortsverträge und des Völkerbunds nach dem ersten Weltkrieg, wobei die Ergebnisse im allgemeinen unbefriedigend waren. Zum andern ist seit der zweiten Hälfte der achtziger Jahre eine Renaissance des Themas festzustellen. Leider sind die Ergebnisse bisher eher bescheiden, da viele der an der Gesetzgebung beteiligten Staaten Haubrichs, Wolfgang, und Schneider, Reinhard (Hrsg.): Grenzen und Grenzregionen - Frontières et régions frontalières - Borders and Border Régions, Saarbrücken: SDV 1993 (Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung 22). Dubisz, Stanislaw, und Nagörko, Alicja (Hrsg.): Granice i pogranicza. Jçzyk i historia. Materiaby miçdzynarodowej konfereneji naukowej, Warszawa, 27-28 maja 1993 r., Warszawa: ELIPSA 1993. Der Vortrag von W.Smoczyriski (Krakau) über „Die Slavisierung der litauischen Oberschicht im Großfürstentum Litauen“ wurde nicht zur Veröffentlichung eingereicht. Andererseits ist ein Beitrag von A. Ritter (Hamburg), der als Vortrag, obwohl ursprüng¬ lich vorgesehen, nicht gehalten werden konnte, hier in schriftlicher Form aufgenommen. 12