vorliegt28, steht leider noch aus. Dennoch entsteht der Eindruck, daß die alten Gaue (Stämme) hier noch lange voneinander durch Wälder und Sümpfe bzw. Öd¬ gebiete29 * geschieden waren, wovon einige Bistumsgrenzen mitbestimmt sind. Kurz nach 1000 werden die ungeiähren Grenzen der Abtei Sonnenburg, ursprüng¬ lich wohl einer Sühneburg, in den Dokumenten der Schenkung durch den Lum- gauer Grafen Volkold faßbar. Da der Hoheitsbereich der Nonnen von Sonnenburg mit dem Gadertal (ohne Kolfuschg) einen sehr wesentlichen Teil des Gaues Pu- strissa und vor allem Zugang und Verbindung zum Buchenstein (mit dem Eisen¬ bergwerk Fursill und der Grenzfeste Andratsch) bedeutete, war das Fürstbistum Brixen an der Oberhoheit von Anfang an sehr interessiert. Effektiv kam die Graf¬ schaft Vallis Noricana 1091 an Brixen. Die Vogteirechte lagen aber nach dem Willen des Stifters beim Fürstbischof von Trient (bei Uodalrich II., seinem Onkel). Nach und nach konnte Brixen über die höhere Gerichtsbarkeit den Großteil der ladinischen Täler in seine Hand bekommen - um diese schwer erkämpften Rechte schon 1296 wieder an den Landesfürsten zu verlieren. Zwischen 1030 und 1039 wurde die Ausstattung des Benediktinerinnenstiftes Son¬ nenburg beurkundet: "...Tradidit namque pretitulatus dominus Volkholdus...quidquid habuit a loco Pleicha dicto usque ad locum Salarapach nominatis in montanis et in planis, cum omni iure ad idem pertinenti cum Ecclesia, areis, aedi- ficiis, campis, pratis, pascuis, silvis, venationibus, aquis aquarumque decursibus, piscationibus, molendinis ...praecavens atque perveniens... dominum Udalricum Tridentinensis Episcopatus presulem tune temporis amicissimum adiit..tutelam ac Mundiburdium... Der anscheinend seit 1016 besiedelte Konvent (erste Äbtissin Wichburg, Nichte Volkholds) ist in seinem Besitz damit allerdings nicht zu umgrenzen. Der Hinter¬ grund dieser unscharfen Angaben liegt sicher im Streubesitz, den auch das erste Urbar31 ausweist. Nach A. Vittur hatte Sonnenburg außerhalb seines geschlosse¬ nen Besitzes auch noch etwa 20 Höfe in Welschellen und 24 im Gericht Thum (St. Martin), also am linken Gaderufer. Anhaltspunkte über den Säbner Grenz- und Jagdforst Lüsen scheint eine Urkunde von 892 unter Bischof Zacharias zu geben, in der dieser Wald vom vicum Millana (- Milland) zum montem Numeratorium et inde usque in montem qui dicitur Susu- lona,...ad verticem montis Aelinae (= Ellen/Rina)...m Oneja (= Onach)...ad fluvi- um Pirra (= Rienz) nuncupatum... reicht. Es gibt jedoch Zweifel an der Echtheit dieser Urkunde (Vittur, S. XIII). 28 O. Mayr, "Die Wassemamen Nordtirols und verwandte Bezeichnungen", in: Veröff. des Landes¬ museums Ferdinandeum Innsbruck 6 (1927), S. 173-263; O. Stolz, Geschichtskunde der Gewässer Tirols, Innsbruck 1936. 29 Vgl. im oberen Vintschgau Plauserhof, 1438 in domo., alhaitn pelawserin (< PALUS) und daneben Pfinghof, älter die Fing (< FINIS), vgl. R. Staffier, S. 648. Vgl. A. Vittur, Enneberg in Geschichte und Sage, Lana 1912, S. XIV und Tir. Urkundenbuch, Bd. I, Nr. 54. 31 Lat. Fassung 1296, hg. v. K. Wolfsgruber, Wien 1968. 187