Kennzeichnung des Raumes weiter herangezogen wird, und zwar in ähnlicher Vielfalt, wenn auch nicht Häufigkeit wie im Zeitraum davor. Auffallend ist die fast ausschließliche Verbindung mit dem Kohleabbau: Saarbrücker Steinkohlenbecken (1873), Saarbrücker Bezirk (1900), Saarbrücker Grubenbezirk (1875), Saarbrücker Steinkohlenbezirk (1896, 1897), Saarbrücker Steinkohlengebiet (1886), Saarbrük- ker Bergwerksgebiet (1904), Steinkohlendistrikt bei Saarbrücken (1903), Saarbrük- ker Bergwerksdistrikt (1884), Saarbrücker Gegend (1906), Umgegend bzw. Umge¬ bung von Saarbrücken (mehrfach bis um 1900), Saarbrücker Steinkohlenrevier (1875, 1881, 1900), Saarbrücker Revier (1880/81), Saarbrücker Land (1872, 1874, 1878, 1905, 1909), im Saarbrückischen (1891). Auch nach 1870 bietet daneben der Flußname „Saar“ einen Anknüpfungspunkt. Man wußte durchaus, daß das Industriegebiet an der mittleren Saar gemeint war, wenn von „der Saar“ gesprochen wurde oder vom „Kohlengebiet der Saar“. Es liegen hierfür allerdings nur eine Handvoll Belege vor. Größere Bedeutung bekamen die Namensverbindungen mit „Saar“. Der Begriff „Saargegend“ (wenige Belege) ist erst in den letzten Jahrzehnten des 19. Jhs heimischer geworden14. Als der „Historisch-antiquarische Verein für die Städte Saarbrücken und St. Johann und deren Umgegend“ von 1839 sich 1881 neu belebte, wählte er den bis heute beibehaltenen Namen „Historischer Verein für die Saargegend“15. Ähnlich verfuhr der 1896 gegründete „Gewerbeverein für die Saargegend“. Andererseits wählte der „Lehrerverein für Saarbrücken, St. Johann und Umgegend“ von 1885 die sicherlich antiquiertere Form der Benennung. Das gilt auch für den 1887 gegründeten „Sozialpolitischen Verein für den Industriebezirk Saarbrücken“. Die Begriffe „Saarbezirk“ (1903) und „Saargau“ (1904) tauchen im gewählten Zeitraum nur ganz vereinzelt auf. Hier einzuordnen ist auch der Begriff „Saartal“ (1879, 1892, 1895, 1902), der offenbar umfassender gemeint war als nur bezogen auf das eigentliche Flußtal, wobei vor allem die „Gesellschaft für Straßenbahnen im Saartale“ (1892) zu erwähnen ist16. Der Name „Saarbecken“, in wenigen Fällen auch „Saarkohlenbecken“ und „Steinkohlenbecken“, hat in den 1870er Jahren dagegen eine relativ starke Konjunktur erlebt, vor allem in Verbindung mit dem Kohlenbergbau. Später kommt er in dem vorliegenden Material nur noch ganz selten vor. Weitaus häufiger als die genannten verwenden die Autoren nun die Begriffe „Saarrevier“ und - noch etwas öfter - „Saargebiet“. Vereinzelt trifft man auch auf „Saarkohlenrevier“ und „Saarsteinkohlenrevier“. Für die letzten Jahrzehnte des 19. Jhs erhöht sich die Zahl der Belege für „Saarrevier“ und „Saargebiet“. Der Name „Saarrevier“ löste die Namen „Saarbrücker Steinkohlenrevier“ bzw. „Saarbrücker 14 Bei den wenigen Belegen spielt einschränkend eine Rolle, daß der Begriff im Kreis der Veröffentli¬ chungen des Hist. Vereins auftaucht: KROHN, Beiträge zur Territorialgeschichte der Saargegend, 1896; JUNGK, Hexenprozesse in der Saargegend, 1896. 15 In den 1920/30er Jahren benutzte der Verein einen Bücherstempel „Historischer Verein für das Saargebiet“, und zu Beginn der 1950er Jahre firmierte er als „Historischer Verein für das Saarland“. 16 HAßLACHER (wie Anm. 5), S. 144. Vgl. auch folgende Titel: M. VOPELIUS, Die Tafelglasindustrie im Saartale, 1895; H. NlEßEN, Sagen und Geschichten des Saartaies, Saartouis 1902. 370