Heranbildung von Facharbeiterstämmen, zur sozialen und innerbetrieblichen Struk¬ tur, zur Organisation der Produktionsabläufe und des Absatzes, wie sie H. Kiesewetter, T. Pierenkemper, H.-J. Rupieper, G. Schulz, H. Siegrist u. a. m. vorlegten11, nicht existieren und substituär herangezogen werden können, mußte ohne nennenswerte Zu- und Vorarbeiten ausgekommen werden. Die Quellenlage ist - entsprechend der notorisch schlechten Überlieferung der Archive der Saarwirtschaft12 - zwar ziemlich diffus, doch nicht ganz so unergiebig, wie der nahezu totale Verlust der Archive und Nachlässe der Familien Stumm und Lichtenberger es zunächst vermuten ließ. In Archivsplittern verschiedener Prove¬ nienzen, auf die hier nicht eingegangen werden soll13, konnten immerhin noch ca. drei Dutzend aussagekräftige Schriftstücke, meist Briefe ermittelt werden14. Dazu gesellten sich Angaben aus Kirchenbüchern und Personenstandsregistern, auf deren " H, KIESEWETTER, Industrialisierung und Landwirtschaft. Sachsens Stellung im regionalen Industri¬ alisierungsprozeß Deutschlands im 19. Jh., Köln-Wien 1988 (Mitteldeutsche Forschungen 94); T. Pierenkemper, Die westfälischen Schwerindustriellen 1852-1913, Göttingen 1979; H.-J. Rupieper, Arbeiter u. Angestellte im Zeitalter der Industrialisierung. Eine sozialgeschichtliche Studie am Beispiel der Maschinenfabriken Augsburg u. Nürnberg (MAN) 1837-1914, Frankfurt 1982; G. SCHULZ, Die Arbeiter u. Angestellten bei Felten & Guilleaume. Sozialgeschichtliche Untersuchung eines Kölner Industrieunternehmens im 19. u. beginnenden 20. Jh., Wiesbaden 1979; H. Siegrist, Vom Familienbetrieb zum Manageruntemehmen. Angestellte u. industrielle Organisation am Beispiel der Georg Fischer AG in Schaffhausen 1797-1930, Göttingen 1981; das bei Hellwig (wie Anm. 4) schon erkennbare Gefälle zwischen der Industriegeschichtsforschung in anderen Regionen und der an der Saar wurde inzwischen - man verfolge die Literaturberichte im Archiv für Sozialgeschichte, in der Zs für Untemehmergeschichte, in den Blättern für dt. Landesgesch. (zuletzt von F. Jacoby, Bd. 127, 1991), den Nass. Annalen, der ZGO u. a. m. - ständig steiler. Darüber können neuere Arbeiten wie die von Mallmann und von Steffens zur Sozialgeschichte des Saarbergbaues (vgl. Lit.-Verz. in K.-M. Mallmann u. H. Steffens, Lohn der Mühen, München 1989), von Th. Herzig, Geschichte der Elektrizitätsversorgung des Saarlandes, Saarbrücken 1987, die in Bonn und Trier entstandenen Diss. von G. Fischer, Wirtschaftliche Strukturen am Vorabend der Industrialisierung. Der Regierungsbe¬ zirk Trier 1820-1850, Köln-Wien 1990, bzw. H.-J. Braun, Das Eisenhüttenwesen des Hunsrücks, 15. bis Ende 18. Jh., Trier 1991, nicht hinweghelfen. - Und das, mit Verlaub, in einem Land, das wie kein zweites seine staatliche Existenz und Potenz samt kulturellem Gepräge der Industrie verdankt(e). 12 Vgl. dazu Herrmann (wie Anm. 2) S. 168 ff; F. Hellwig, Das Saarwirtschaftsarchiv, Saarbrücken 1938 (nach Totalverlust 1944 nicht wiedererrichtet). - Die Akten der für das Saarrevier, u. a. in Konzessionssachen, zuständigen Berg- u. Regierungsbehörden im LA Saarbrücken (Bergamt bzw. Bergwerksdirektion Saarbrücken), HStA Düsseldorf (Oberbergamt Bonn) u. LHA Koblenz (Regie¬ rung Trier) geben i. d. R. kaum Aufschlüsse zu Personal- u. Organisationsfragen. Vgl. auch van Ham (wie Anm. 36) S. 136, 170, 177; FISCHER (wie Anm. 11), S. 385 ff. sowie unten Anm. 68. Das im StadtA Neunkirchen verwahrte Depositum Saarstahl-NE (künftig zitiert NE), wohl Restbestand des 1933 neu installierten Neunkircher Hüttenarchivs (NSZ-Westmark v. 20. August 1942) konnte nicht wie erwartet herangezogen werden, da das 1988 von Dipl.-Ing. H. Gillenberg u. L. Seis erstellte provisorische Verzeichnis trotz mehrfacher Anfrage erst am 10. Juni 1994 zugänglich gemacht wurde, d. h. nach Abschluß des Ms. Nach dem zwar laienhaften, doch informativen Verzeichnis besteht das Depositum (863 lfd. nummerierte Stücke samt Büchern u. Drucksachen) aus Relikten der Stumm- schen Privatarchive, des Konzemarchivs u. der Werksarchive Neunkirchen (Masse), Abentheuer, Asbach, Brebach, Homburg. Unverzeichnet blieben lt. freundlicher Auskunft Herrn Gillenbergs v. 14. Sept. 1994, die Fachliteratur, Karten u. Pläne, Rechnungsbücher (ab 1806) sowie eine Reihe von Kopierbüchem, u. a. 8 mir vorgelegte von 1806-1890, mit rund 7 000 Geschäftsbriefen. Vgl. z. B. unten Anm. 121. 13 Vgl. Anm. 18, 106 f. 14 Näheres in den jeweiligen Anmerkungen. - Vorab sei verwiesen auf die in Arbeit befindliche Publikation von H. Klein u. CI. Ulbrich, Ausgewählte Akten u. Briefe zur Firmen- u. Familienge¬ schichte der Stumms 1830-1870, die auf privaten Quellen basiert. 315